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Unternehmensberatung Bain : „Wir haben Rückenwind“

Bain-Deutschlandchef Walter Sinn in Frankfurt Bild: Bain

Bain ist der kleinste unter den drei großen Strategieberatern. Ein Gespräch mit Deutschland-Chef Walter Sinn über seine Branche, die Misere deutscher Banken und die Zukunft der deutschen Industrie.

          4 Min.

          Trotz der abflauenden Konjunktur will die Unternehmensberatung Bain in diesem Jahr in Deutschland weiter ungebremst neue Mitarbeiter einstellen. Mindestens 200 neue Berater hat sich Bain in diesem Jahr zum Ziel gesetzt. Der Beratungsbedarf der deutschen Unternehmen sei wegen der Umwälzungen im Zuge der Digitalisierung in allen Branchen so groß, dass selbst eine Konjunktureintrübung nicht so viel ausmache, sagt Bain-Deutschlandchef Walter Sinn im Gespräch mit der F.A.Z: „Der Beratermarkt hat Rückenwind durch die tektonischen Veränderungen der Geschäftsmodelle.“ Tatsächlich hat sich das Geschäft der Beraterbranche in Deutschland innerhalb eines Jahrzehnts fast verdoppelt. Die Branche zählt zu den am stärksten wachsenden Wirtschaftszweigen.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In der Öffentlichkeit aber wird der Aufstieg der Unternehmensberater zum Teil mit Skepsis betrachtet. Für Schlagzeilen sorgte die Branche in den vergangenen Monaten vor allem mit der Berateraffäre im Bundesverteidigungsministerium. Derzeit klärt ein Untersuchungsausschuss des Bundestags die Frage, ob dort bei der Vergabe von Beraterverträgen gemauschelt wurde. Bain selbst ist zwar nicht betroffen, Sinn könnte sich daher eigentlich beruhigt zurücklehnen, denn Bain berät – anders als die anderen großen Unternehmensberatungen – hierzulande überhaupt keine staatlichen Behörden. Zur Affäre – in die bislang vor allem Accenture und McKinsey – verstrickt sind, will sich Sinn nicht detailliert äußern. Dennoch ist ihm die Sorge anzumerken: „Die Vorfälle sind nicht hilfreich für unsere Branche“, sagt Sinn. Die die im Raum stehenden Vorwürfe seien „irritierend“. Sie müssten schnell und gründlich aufgeklärt werden. Ob Bain langfristig plant, in die Beratung staatlicher Behörden einzusteigen? Sinn winkt ab: „Der öffentliche Sektor ist nicht unser Fokus“, sagt der Berater: „Wir haben uns da bisher zurückgehalten – und wollen das auch nicht ändern.“

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