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Unmut der Bahnindustrie : Chinesische U-Bahn zum Discountpreis

Alles im Angebot: CRRC produziert U-Bahnen und Hochgeschwindigkeitszüge – hier in der Wartung in Wuhan. Bild: VCG via Getty Images

China dominiert die Welt der Schienen. Westliche Wettbewerber sehen sich dadurch benachteiligt. Als Lösung sollen jetzt alle Zughersteller zu 50 Prozent „Made in Europe“ verpflichtet werden.

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          Wenn Gewerkschaften und Industrieverbände einig sind, ist das überraschend und lässt aufhorchen. In der Bahnwelt ist dies derzeit der Fall. Die IG Metall und der Verband der Bahnindus­trie in Deutschland (VDB) haben ein gemeinsames Positionspapier erstellt, das der F.A.Z. vorliegt. Darin fordern sie unisono „fairen Wettbewerb statt Subventionen auf europäischen Märkten“. Der ist nach ihrer Ansicht heute nicht gegeben: Vielmehr benachteiligten strukturelle Wettbewerbsverzerrungen deutsche sowie europäische Standorte grundlegend. Ohne konkrete Beispiele zu nennen, beklagen die Arbeitnehmer- und die Industrievertreter, dass das EU-Beihilferecht bei öffentlichen Vergaben in Europa nicht für außereuropäische Subventionen gilt: „Deshalb können Non-EU-Staatskonzerne völlig legal mit staatlich subventionierten Billigstangeboten EU-Vergaben von Schienenprojekten entscheiden.“

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es ist klar, wer vor allem gemeint ist: China. Dort sitzt der Bahnindustriekonzern China Railway Rolling Stock Corporation. Entstanden vor sieben Jahren aus dem Zusammenschluss zweier Staatsunternehmen, ist CRRC mit mehr als 180.000 Mitarbeitern der größte Zugproduzent der Welt. Er hat den einst dominierenden Herstellern im Westen längst den Rang abgelaufen. Während CRRC quasi als dreiteiliger Langzug unterwegs ist, fahren die Konkurrenten Siemens und Alstom/Bombardier allenfalls als einteiliger Kurzzug vor. Dieser Vergleich trifft die tatsächlichen Machtverhältnisse relativ gut.

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