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Ergebnisse bis Frühjahr 2019 : Bahn will fünf Milliarden Euro zur Verbesserung der Pünktlichkeit

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Hat ein Zug Verspätung oder fällt er ganz aus, werden die Nerven der Fahrgäste auf eine harte Probe gestellt. Bild: dpa

Die Züge der Deutschen Bahn sollen wieder pünktlicher werden. Dafür fordert sie 4,9 Milliarden Euro vom Staat. Verkehrsminister Scheuer will allerdings schnell Belege, dass sich die Investition auch auszahlt.

          Die Deutsche Bahn will für die vier Jahre von 2019 bis 2022 weitere rund 4,9 Milliarden Euro vom Bund, um die Pünktlichkeit ihrer Züge zu verbessern. Das hat die „Bild am Sonntag“ in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. Diese Forderung sei eine der Kernbotschaften des Vorstandsberichts „Unsere Agenda für eine bessere Bahn“ für die Mitglieder des Aufsichtsrats. Am 22. und 23. November findet demnach eine Sondersitzung des Aufsichtsrats statt.

          Anfang November musste Bahn-Chef Richard Lutz dem Bericht zufolge zum Rapport bei Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Der Minister setzt den Bahn-Managern bei Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der ICE-Flotte jetzt ein Ultimatum. Scheuer sagte der Zeitung: „Die Aufsichtsratssitzung wird eine sehr intensive Strategieklausur, und ich möchte, dass die beschlossenen Maßnahmen schon bis zum Frühjahr 2019 zu erheblichen Verbesserungen für die Bahnkunden führen.“

          Scheuer fordert eine moderne Infrastruktur, mehr Pünktlichkeit und weniger Zugausfälle durch technische Defekte. Neue Milliarden verknüpft er mit Bedingungen: „Für eine noch höhere finanzielle Ausstattung müssen Maßnahmen und Strategie genau abgesprochen werden.“

          Bahn macht ICE-Brand für viele Verspätungen verantwortlich

          Die Forderungen nach mehr Pünktlichkeit kommen nicht von ungefähr: So war das Reisen im Oktober für Fahrgäste der Deutschen Bahn wieder häufiger mit Warten verbunden. Nur 71,8 Prozent der Intercity, Eurocity und ICE kamen pünktlich - was nach Bahn-Definition heißt: weniger als sechs Minuten nach der planmäßigen Zeit. Das ist der zweitschwächste Monatswert in diesem Jahr, nachdem sich die Quote im September mit 72,7 Prozent etwas verbessert hatte.

          Das Unternehmen machte dafür vor allem den Brand eines ICE verantwortlich, der eine tagelange Sperrung der Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt zur Folge hatte. Nach dem Regelfahrplan fahren die Züge auf beiden Gleisen dort erst vom 18. November an wieder. Auch der Nahverkehr litt unter der Streckensperrung, weil Fernzüge über dessen Strecken umgeleitet wurden. 92,6 Prozent der Regionalzüge waren pünktlich. Dies ist der schlechteste Monatswert in diesem Jahr.

          Bahnchef Richard Lutz wollte in diesem Jahr eigentlich erreichen, dass 82 Prozent der Fernzüge pünktlich fahren. Dieses Ziel hat er schon im Sommer aufgegeben und stattdessen eine Quote von unter 80 Prozent in Aussicht gestellt. Im zweiten Halbjahr sei eine Trendwende zu erwarten - sie ist bislang aber nicht eingetreten.

          Im September hatten neben Sturm, Vandalismus und Kabelbränden auch Störungen an den Zügen zu Verspätungen geführt. Im Juli war es die extreme Hitze, die der Bahn zu schaffen machte. Auch im August lag es an den hohen Temperaturen und der Trockenheit, die zu Bränden an Gleisen führten. Konzernchef Lutz richtete dennoch einen dringenden Appell an seine Führungskräfte, mehr gegen Verspätungen zu tun.

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