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Treffen im Verkehrsministerium : Bahn sagt Paket für mehr Pünktlichkeit zu

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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (l.) und Bahnchef Richard Lutz stehen vor einem neuen ICE 4. Das Bild wurde im November auf dem Bahnhof Gesundbrunnen fotografiert. Bild: dpa

Die Deutsche Bahn will mit einem Maßnahmenpaket die Pünktlichkeit ihrer Züge und den Service verbessern. Verkehrsminister Scheuer verspricht nach einem Krisentreffen mit Bahnchef Lutz, „in die Infrastruktur massiv zu investieren“.

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          Die Deutsche Bahn hat beim zweiten Spitzentreffen innerhalb von zwei Tagen mit Verkehrsminister Andreas Scheuer ein Paket zur Verbesserung der Pünktlichkeit vorgestellt. Das am Donnerstag veröffentlichte Papier enthält allerdings im Wesentlichen bekannte Punkte. So will die Bahn in diesem Jahr etwa 22.000 neue Mitarbeiter einstellen, nachdem bereits im vergangenen Jahr rund 24.000 rekrutiert wurden. Mit mehr Lokführern und Technikern sollen Zugausfälle und Verspätungen bekämpft werden. Auch sollen auf besonders stark befahrenen Strecken Engpässe, die sich auf das gesamte Netz auswirken, durch ein besseres Management verringert werden. Daneben sollen Züge schneller gewartet und Kunden besser über Verspätungen oder Gleiswechsel informiert werden.

          Bahn fordert elf Milliarden Euro

          Scheuer äußerte sich zufrieden: „Diese Maßnahmen sind ein guter Schritt, damit man schnell und zügig Verbesserung erzielt.“ Offen ist nach wie vor die Finanzierung der zusätzlichen Investitionen. Für Personal, Fahrzeuge und das Schienennetz fehlen dem hoch verschuldeten Staatskonzern nach dessen Berechnungen etwa elf Milliarden Euro bis 2023. Die Finanzierung sei noch nicht besprochen worden, sagte Scheuer. Es gebe aber „den politischen Willen, in die Infrastruktur massiv zu investieren“.

          Das Thema stehe am 30. Januar, beim nächsten Treffen, auf der Agenda. Bahnchef Richard Lutz erwägt den Verkauf der internationalen Nahverkehrstochter Arriva, um einen Teil der Lücke zu schließen. Dies ist jedoch in Politik und Aufsichtsrat der Bahn umstritten.

          Wegen Staus auf dem Schienennetz, Baustellen und Mängeln bei den Fahrzeugen war 2018 im Jahresdurchschnitt jeder vierte Fernzug der Deutschen Bahn zu spät. Scheuer dämpfte nach dem Treffen Erwartungen. Die Pünktlichkeit der Züge könne nicht so schnell von 75 auf 95 Prozent gesteigert werden, weil es Kapazitätsengpässe gebe.

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