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Bahn : Jetzt streiten die Gewerkschaften

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Transnet: „Die Lokrangierführer sind bei uns und bleiben bei uns” Bild: ddp

Nach mehr als zehn Monaten hat sich die Bahn mit der GDL geeinigt. Der Konzern will den Tarifvertrag aber erst unterzeichnen, wenn es ein Abkommen zwischen den Gewerkschaften gibt. Die aber sind sich noch nicht einig: Wer wird künftig für die rund 2800 Rangierlokführer verhandeln?

          Die Deutsche Bahn dringt auch nach der Einigung mit der Lokführergewerkschaft GDL auf ein Kooperationsabkommen zwischen den drei Bahn-Gewerkschaften GDL, Transnet und GDBA. Der Tarifvertrag werde mit der GDL erst unterzeichnet, wenn es ein Abkommen zwischen den Gewerkschaften gebe, hieß es am Donnerstag in Berlin aus dem Konzern. Zuvor hatte sich die Bahn mit der GDL nach mehr als zehn Monaten auf einen eigenständigen Tarifvertrag und eine Einkommenserhöhung von durchschnittlich elf Prozent für die rund 20.000 Lokführer geeinigt.

          Die GDL und die Bahngewerkschaft Transnet müssen sich in diesem Zusammenhang in der Frage einigen, welche Gewerkschaft künftig für die rund 2800 Rangierlokführer verhandeln wird. Während die GDL darüber noch verhandeln will, sieht Transnet-Chef Hansen dafür keinen Klärungsbedarf. „Die Lokrangierführer sind bei uns und bleiben es auch“, sagte er am Donnerstag dieser Zeitung.

          Die Bahn zeigt sich optimistisch

          Die Bahn pocht auf das Kooperationsabkommen, damit sich der eigenständige Tarifvertrag für die Lokführer „widerspruchs- und konfliktfrei“ in das bestehende Tarifgefüge das Konzerns einfügt. Künftig soll die GDL über Arbeitszeit und Entgelt für die Lokführer verhandeln, die Tarifgemeinschaft Transnet und GDBA ist für die restlichen Berufsgruppen im Konzern verantwortlich. Ein Basistarifvertrag soll den Rahmen für alle 135.000 Bahn-Beschäftigten bilden. Dieser soll 80 Prozent aller Tarifregelungen enthalten.

          Die Bahn will mit dem Kooperationsabkommen erreichen, dass sich die Gewerkschaften in künftigen Tarifverhandlungen nicht mit ihren Lohnforderungen „gegenseitig hochschaukeln“. Für den Konzern wäre es die beste Lösung, wenn sich die drei Gewerkschaften vor den Tarifverhandlungen auf eine einheitliche Lohnforderung verständigen könnten. Falls das nicht geschehe, sollte während der Tarifverhandlungen ein Schlichtungsprozess die Meinungsverschiedenheiten beseitigen, hieß es aus dem Unternehmen. Die Bahn zeigt sich optimistisch, dass es zu einer Verständigung der drei Gewerkschaften kommen werde, da im neuen Tarifwerk nun geklärt sei, welche Gewerkschaft für welche Berufsgruppe verhandeln werde.

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