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Bahn : Schneller Fahren nützt nichts

  • Aktualisiert am

Schnell weg hier! Bild: Franziska Gilli

Kommt die Bahn pünktlicher, wenn sie nur genug Gas gibt? Das haben die Lokführer jetzt ausprobiert. Doch es nützt nichts. Die wahren Probleme liegen woanders.

          Wie kann die Deutsche Bahn pünktlicher werden? Auch in diesem Jahr sind nur vier von fünf Zügen im Fernverkehr innerhalb von sechs Minuten nach der geplanten Ankunftszeit ins Gleis gerollt. Im vergangenen Jahr war es sogar noch etwas schlechter. Deshalb hat die Deutsche Bahn einen Versuch gestartet: Was passiert, wenn die Züge einfach schneller fahren?

          Tatsächlich fahren Züge nicht immer mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Die Bahn versucht Energie zu sparen. Vor Bahnhöfen lässt sie ihre Züge beispielsweise ausrollen. In dem Experiment im vergangenen Jahr wurde diese Maßgabe allerdings aufgehoben. „Vorhandene Fahrzeitenreserven“ sollten genutzt werden, schreibt das Magazin „Spiegel“ – auch dann, wenn der Zug auf diese Weise zu früh ankomme.

          Die Zeit geht an den Kreuzungen verloren

          Das Experiment hat allerdings nicht funktioniert, durchs Gasgeben seien die Züge nicht pünktlicher angekommen. Zwar hätten die Züge auf der Strecke etwas Zeit herausgeholt, vor großen Knotenbahnhöfen wie Hannover oder Frankfurt sei die Zeit aber wieder verlorengegangen. Bahnreisende, die gelegentlich durch Köln fahren, kennen das Phänomen: Kurz vor dem Hauptbahnhof führt die Hohenzollernbrücke über den Rhein, schön gelegen – aber bevor ein Zug auf die Brücke fahren kann, muss er häufig darauf warten, dass auf den Schienen der Brücke Platz ist.

          Die Bahn mit ihrem 33.400 Kilometer langen Streckennetz, auf dem täglich rund 40.000 Züge verkehrten, sei besonders im Fernverkehr anfällig für Störungen, sagte ein Bahn-Sprecher. Diese wirkten sich in dem engmaschig vertakteten System wie in einem Domino-Effekt auf viele Strecken aus. Zu den Störungen zählten Anschläge auf Infrastruktur und Strecken, Personen auf den Gleisen, Bauarbeiten im Schienennetz oder bestimmte Witterungsverhältnisse.

          Um die Pünktlichkeit der Züge zu steigern, seien unter anderem sogenannte PlanStart-Teams gebildet worden, die sich an den wichtigsten Knotenbahnhöfen um die planmäßige Abfahrt kümmern. „60 Prozent der verspäteten Abfahrten haben ihren Ursprung an den zehn verkehrsstärksten Bahnhöfen und wirken sich auf das gesamte Netz aus. Mit den Knotenkoordinatoren will die DB erreichen, dass an diesen Bahnhöfen 90 Prozent der Züge im Fernverkehr planmäßig abfahren“, heißt es in einem erläuternden Papier der Bahn.

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