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F.A.Z. exklusiv : Bahn muss immer mehr entschädigen

Fällt der Zug aus, ist das für die Bahnkunden ärgerlich – und für die Bahn aufgrund der anfallenden Entschädigungszahlungen auch. Bild: Frank Röth

Die Erstattungen für Verspätungen und Zugausfälle haben sich seit 2014 auf fast 55 Millionen Euro verdoppelt. Die Regierung fordert nun ein Online-Verfahren. Das wird aber noch einige Zeit dauern.

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          Verspätungen und Zugausfälle kosten die Deutsche Bahn immer mehr Geld: Die Entschädigungszahlungen an unzufriedene Fahrgäste haben sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Im vorigen Jahr erstattete die Bahn 54,5 Millionen Euro, 2014 waren es 27 Millionen Euro gewesen. Diese Zahlen, die aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgehen, beziehen sich vor allem auf den Fernverkehr, enthalten aber auch Ersatzzahlungen im Regional- und S-Bahn-Verkehr. Nach der aktuellen, in ganz Europa geltenden Regelung hat ein Fahrgast nach 60 Minuten Verspätung Anspruch auf die Erstattung von 25 Prozent des Fahrpreises, nach 120 Minuten auf 50 Prozent.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Dass die Bahn einen neuen Entschädigungsrekord verzeichnen muss, lässt sich zum Teil auf die schlechte Pünktlichkeit im Fernverkehr zurückführen. 2018 kamen nur 74,9 Prozent der ICE- und IC-Züge pünktlich an, das heißt mit weniger als sechs Minuten Verspätung. 2017 waren 78,5 Prozent der Fernzüge pünktlich und 2016 78,9 Prozent – 2015 allerdings auch nur 74,4 Prozent. Aus der Statistik, aus der Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) in seinem Antwortschreiben zitiert, lässt sich allerdings nicht ablesen, wie viele Züge davon mehr als eine oder zwei Stunden Rückstand ansammelten.

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