https://www.faz.net/-gqe-94ovw

Neubaustrecke München-Berlin : Drei Tage, drei ICE-Pannen

  • Aktualisiert am

Schneller will sie sein, aber bisher ist sie vor allem teurer. Ein ICE fährt am Hauptbahnhof in München ab. Bild: dpa

Die Bahn verspricht schneller zu werden - will dafür in Zukunft aber auch mehr Geld. Trotz großer Investitionen erlebten Passagiere am Wochenende eine Blamage. Zu Beginn der Woche setzen sich die Probleme fort.

          Auf der Schnellfahrstrecke zwischen Berlin und München hat es für manche Reisende auch zum Wochenbeginn eine unschöne Überraschung gegeben: Der ICE, der um 7.38 Uhr in Berlin hätte starten sollen, fiel laut Fahrplanauskunft im Internet aus. Zu den Gründen konnte eine Bahn-Sprecherin noch keine Angaben machen.

          Sicher ist: Es ist seit Freitagabend der dritte Zug, der auf dieser Strecke enorme Probleme hat und mehr als nur ein paar Minuten zu spät kommt. Bei der Eröffnungsgala in der Nacht zum Samstag hatte sich ein Zug auf der Fahrt nach München aber mit rund 200 Ehrengästen und Journalisten an Bord wegen diverser Pannen auf der Strecke um mehr als zwei Stunden verspätet. Am Sonntag musste ein Zug die Neubaustrecke ganz verlassen.

          Eigentlich sollte die Neubaustrecke die Fahrtzeit von sechs auf vier Stunden verkürzen, und die Bahn lässt sich die – planmäßige – Geschwindigkeit bezahlen: 150 Euro kostet die Fahrt zwischen München und Berlin jetzt ohne Sonderangebote, das sind 13,6 Prozent mehr als zuvor.

          Rund zehn Milliarden Euro waren in den Neu- und Ausbau der ICE-Strecke zwischen Berlin und München investiert worden, das Projekt ist das teuerste in der Geschichte der Bahn. Auf der 623 Kilometer langen Stricke zwischen Berlin und München fahren die Züge mit bis zu Tempo 300. Dafür halten die Sprinter aber nur in Halle und Erfurt.

          Auch andere Strecken haben Probleme

          Auch auf anderen Strecken gab es zum Start der ersten Woche mit dem neuem Fahrplan Probleme. Der Eurocity von Hamburg nach Prag, der um 8.51 Uhr hätte starten sollen, fiel laut Auskunft aus. Auf einer weiteren morgendlichen Verbindung von Hamburg nach Berlin fuhr nur ein Ersatzzug. Ein Zug, der in Berlin in Richtung Hamburg startete, war außerdem so voll, dass nicht mehr alle Reisenden mitfahren konnten. Von Berlin nach Hannover hatte ein ICE deutlich weniger Wagen als geplant - obwohl eigentlich eine hohe Auslastung zu erwarten war.

          Auf der Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main fuhren die Züge am Montag wieder. Wie geplant wurde die Hochgeschwindigkeits-Trasse zwischen Köln und Frankfurt am Morgen wieder freigegeben. Auf einigen Abschnitten gab es jedoch noch Geschwindigkeitsbegrenzungen, es kann daher weiterhin zu Verspätungen kommen. Am Sonntag hatte die Deutsche Bahn die Trasse wegen des Wintereinbruchs gesperrt und die Fernverkehrszüge umgeleitet, um mögliche witterungsbedingte Schäden beheben zu können.

          Mit dem Fahrplanwechsel wird die Deutsche Bahn die Preise um 0,9 Prozent erhöhen - für viele Fahrgäste angesichts der Unannehmlichkeiten ein Ärgernis. Eine süße Überraschung gab es für manche Reisende dennoch, und zwar am Berliner Ostkreuz: Mit dem Fahrplanwechsel wurde dort der neue Regionalbahnsteig am Gleis 1-2 in Betrieb genommen - die Deutsche Bahn feierte diesen Anlass mit dem Verteilen von Schokoladenherzen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Demokraten in Amerika : Wahlkampf der Identitätspolitiker?

          Amerikas Demokraten diskutieren ihre Strategie für den Kampf gegen Donald Trump: Sollen sie an weiße Arbeiter oder an benachteiligte Gruppen appellieren? Doch es könnte sich auch um eine Scheindebatte handeln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.