https://www.faz.net/-gqe-94a9n

F.A.Z. exklusiv : Bahn-Aufsichtsratschef Felcht: Bund hält sich nicht ans Aktienrecht

Utz-Hellmuth Felcht Bild: dpa

Bahn-Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht legt sein Amt in wenigen Monaten nieder. Jetzt erhebt er im Gespräch mit der F.A.Z. schwere Vorwürfe gegen die Politik.

          1 Min.

          Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bahn, Utz-Hellmuth Felcht, hat schwere Vorwürfe gegen die Politik erhoben. „Die Politik hat durch viele Wünsche, Taktierereien und Vorgaben die Arbeit des Aufsichtsrats immer schwieriger gemacht. Sie hält sich nicht an die Vorgaben des Aktienrechts“, sagte Felcht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er hatte am vergangenen Freitag erklärt, sein Amt als oberster Aufseher der Bahn zum März 2018 niederzulegen.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Felcht wandte sich gegen Vorwürfe, er habe sowohl die Vertragsverlängerung für den früheren Bahnchef Rüdiger Grube als auch die lange vergebliche Suche nach drei neuen Bahnvorständen ungeschickt gehandhabt. „Das professionellste Auswahlverfahren und einstimmige Abstimmungen bringen nichts, wenn die Politik dazwischenfunkt und Entscheidungen versucht von außen zu beeinflussen.“

          Ihm sei bewusst, dass die Bahn kein normales Wirtschaftsunternehmen sei. „Aber was hier in den vergangenen Monaten passiert ist, geht gegen meine Berufsethik“, sagte Felcht. „Die Politik muss sich klar entscheiden, ob sie die Deutsche Bahn als Wirtschaftsunternehmen weiterführen oder ob sie wieder eine Bundesbahn will. Im zweiten Fall sollte man den Aufsichtsrat richtigerweise auflösen und durch einen Bundesbeirat oder Parlamentsausschuss ersetzen.“

          Wolle die Politik ein Wirtschaftsunternehmen Bahn, müssten die Politiker aus Ministerien und Parlament den Aufsichtsrat verlassen. Nur ein Vertreter der Verkehrsministeriums solle dann die Interessen des Eigentümers weiter koordinieren. Zu neuen Kostensteigerungen bei Stuttgart 21 sagte Felcht: „Der Aufsichtsrat ist hier mit sich im Reinen. Seit der Neufinanzierung im Jahr 2012 haben wir für jede Aufsichtsratssitzung drei unabhängige Berichte durch Wirtschaftsprüfer und Wissenschaftler erstellen lassen. Die operative Steuerung ist Sache des Vorstands.“

          Lesen Sie das vollständige Interview ab 20 Uhr im E-Paper oder in F.A.Z. Plus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Fernsehduell vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Ministerpräsidentin Malu Dreyer (links), SWR-Chef Fritz Frey und CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf

          Dreyer und Baldauf im TV-Duell : Ziemlich bissige Kandidaten

          In rund einer Woche wählt Rheinland-Pfalz. Im Fernsehduell bringt Ministerpräsidentin Dreyer den CDU-Spitzenkandidaten Baldauf kurz in Erklärungsnot. Die Bilanz ihrer Regierung ist allerdings auch nicht perfekt.
          Ein Pilot winkt aus der Pilotenkabine eines Flugzeuges vom Typ Boeing 737 Max.

          Krisenjet : Erneuter Vorfall mit Boeing 737 Max

          Erst wenige Wochen ist die 737 Max nach mehreren Unfällen wieder für den Flugverkehr zugelassen. Nun kam es offenbar abermals zu einem technischen Problem, verletzt wurde allerdings niemand.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.