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BaFin und Bundesbank : Bilanzaffäre brockt Deutscher Bank Sonderprüfung ein

  • Aktualisiert am

Die Deutsche Bank im Visier: „Man ist noch am Anfang der Recherche“ Bild: AFP

Wegen des Vorwurfs der Bilanztrickserei steht die Deutsche Bank nun auch im Visier von Bundesbank und Finanzaufsicht BaFin. Mit der Einleitung einer Sonderprüfung ziehen die Behörden ihr schärfstes Schwert.

          Die Deutsche Bank steht wegen des Vorwurfs der Bilanztrickserei nun auch im Visier der deutschen Aufseher. Die Bundesbank und die Finanzaufsicht BaFin hätten eine Sonderprüfung eingeleitet, sagten drei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Damit ziehen die Behörden ihr schärfstes Schwert. „Man ist noch am Anfang der Recherche“, sagte einer der Insider. Aufsichtskreisen zufolge wollen die Prüfer der Bundesbank in die Vereinigten Staaten reisen, um mit den Urhebern der Vorwürfe zu sprechen.

          Die amerikanische Börsenaufsicht SEC prüft schon länger, ob der deutsche Branchenprimus in den ersten Jahren der Finanzkrise Buchverluste in Milliardenhöhe nicht ausgewiesen und sich damit schöngerechnet hat. Sonst hätte die Bank womöglich Staatshilfe gebraucht. Die Deutsche Bank hat die Anschuldigungen wiederholt zurückgewiesen.

          Alarmiert wurden die deutschen Aufseher offenbar von Medienberichten. Ende vergangenen Jahres hatte sich einer der Hauptbelastungszeugen, der frühere Risikoanalyst Eric Ben-Artzi, in mehreren Interviews zu Wort gemeldet. Er wirft der Deutschen Bank vor, hochkomplexe Wertpapiere in einem bis zu 130 Milliarden Dollar schweren Derivateportfolio zwischen 2007 und 2010 zu hoch bewertet zu haben. Hätte die Bank die tatsächlichen - niedrigeren Marktwerte - angesetzt, wäre sie damals „in sehr viel schwächerer Verfassung“ gewesen, hatte er erklärt.

          Die Bank hatte allein 2008 knapp vier Milliarden Euro Verlust erwirtschaftet. Die internationalen Bilanzierungsregeln erlauben alternative Bewertungsmethoden, wenn es - wie es in der Finanzkrise vorkam - keine Marktpreise für bestimmte Papiere gibt. Die Aufsicht gehe zunächst davon aus, dass die Bilanzierung der Deutschen Bank in der Finanzkrise den Regeln entsprochen habe, hieß es in den Kreisen. „Und schließlich haben sich auch im Nachhinein keine Lücken in der Bilanz aufgetan.“

          Vorwürfe „vollkommen unbegründet“

          Auch die Wirtschaftsprüfer hatten keine Einwände gegen die Bewertungen erhoben. Auch sie sollen nun noch einmal befragt werden. Über das Einschreiten der deutschen Aufseher hatte zuerst die „Financial Times“ (FT, Donnerstagausgabe) berichtet. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Deutsche Bank wollten sich zur Sonderprüfung nicht äußern. Die Bundesbank hatte in Reaktion auf den Bericht der „FT“ erklärt, sie dürfe nichts zu Maßnahmen gegen einzelne Institute sagen. „Grundsätzlich können sie davon ausgehen, dass wir erhobenen Vorwürfen nachgehen, um sie auf ihre Stichhaltigkeit hin zu überprüfen.“

          Neu sind die Vorwürfe der Bilanztrickserei nicht. Reuters hatte schon Mitte 2011 darüber berichtet. Die Deutsche Bank arbeitet bei der Aufklärung nach eigenen Angaben mit der SEC zusammen. „Die Vorwürfe waren Gegenstand einer sorgfältigen und umfangreichen Untersuchung und haben sich als vollkommen unbegründet erwiesen“, bekräftigte das Institut nun noch einmal.

          Umstrittenes Portfolio weitgehend abgebaut

          „Die Untersuchung hat darüber hinaus ergeben, dass diese Vorwürfe von Personen stammen, die weder über eigene Kenntnisse über wichtige Fakten und Informationen verfügten noch dafür verantwortlich waren.“ Das umstrittene Portfolio sei inzwischen zu einem großen Teil abgebaut, die damalige Bewertung korrekt gewesen. Mit der Sonderprüfung der deutschen Aufseher bekommt die Angelegenheit neue Dynamik. Denn die BaFin kann zwar anders als et

          wa die britische Finanzaufsicht nicht wie ein Staatsanwalt einschreiten. Sie kann aber unangemeldet aufmarschieren, um Daten zu sichern oder Sachverhalte aufzuklären. Eine ähnlich spektakuläre Untersuchung hatte sie bei der Deutschen Bank im vergangenen Jahr im Skandal um Zinsmanipulationen gestartet, der Abschlussbericht wird in Kürze erwartet. Insgesamt rückt die BaFin pro Jahr hundertfach aus - allein 2011 gab es insgesamt 270 Sonderprüfungen.

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