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Deutsche Finanzaufsicht : Bafin billigt Osram-Übernahme – durch Nichtstun

Der Fall Osram wird zum Präsedenzfall für Übernahmen. Bild: dpa

Präzedenzfall im Geschäft mit Übernahmen: Erstmals hat die deutsche Finanzaufsicht eine Übernahmeofferte genehmigt, indem sie nichts getan hat. Wie lässt sich die Untätigkeit der Bafin deuten?

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          Erstmals hat die deutsche Finanzaufsicht eine Übernahmeofferte genehmigt, indem sie nichts getan hat. Weder gestattete die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) das neuerliche Gebot der österreichischen AMS für den Lichtkonzern Osram aktiv, noch untersagte sie es. Stattdessen wählte sie in einer bisher beispiellosen Entscheidung den dritten Weg: Sie ließ eine Zehn-Werktages-Frist verstreichen, wodurch die Übernahme automatisch gebilligt ist. Entsprechende Informationen der F.A.Z. aus Finanzkreisen bestätigte die Bafin auf Anfrage.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Kapitalmarktfachleute interpretierten das am Donnerstag mit unterschiedlichen Nuancen: Die einen sahen darin eine Genehmigung zweiter Klasse. Andere sagten, die Bafin versuche sich wohl neutral zu verhalten. Denn der Gesetzgeber prüft gerade eine Lücke im Übernahmegesetz, die für den vorliegenden Fall relevant ist. Für Osram kommt diese Prüfung nun zu spät.

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