https://www.faz.net/-gqe-9t39r

Deutsche Finanzaufsicht : Bafin billigt Osram-Übernahme – durch Nichtstun

Der Fall Osram wird zum Präsedenzfall für Übernahmen. Bild: dpa

Präzedenzfall im Geschäft mit Übernahmen: Erstmals hat die deutsche Finanzaufsicht eine Übernahmeofferte genehmigt, indem sie nichts getan hat. Wie lässt sich die Untätigkeit der Bafin deuten?

          2 Min.

          Erstmals hat die deutsche Finanzaufsicht eine Übernahmeofferte genehmigt, indem sie nichts getan hat. Weder gestattete die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) das neuerliche Gebot der österreichischen AMS für den Lichtkonzern Osram aktiv, noch untersagte sie es. Stattdessen wählte sie in einer bisher beispiellosen Entscheidung den dritten Weg: Sie ließ eine Zehn-Werktages-Frist verstreichen, wodurch die Übernahme automatisch gebilligt ist. Entsprechende Informationen der F.A.Z. aus Finanzkreisen bestätigte die Bafin auf Anfrage.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Kapitalmarktfachleute interpretierten das am Donnerstag mit unterschiedlichen Nuancen: Die einen sahen darin eine Genehmigung zweiter Klasse. Andere sagten, die Bafin versuche sich wohl neutral zu verhalten. Denn der Gesetzgeber prüft gerade eine Lücke im Übernahmegesetz, die für den vorliegenden Fall relevant ist. Für Osram kommt diese Prüfung nun zu spät.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Ausstellung in Österreich : Die Leiden des jungen Hitler

          Verheerender Zeitgeist vor dem Ersten Weltkrieg: Die Biografie von Adolf Hitler ist kein Rätsel – und doch zeigt eine Ausstellung in St. Pölten nun Details zum frühen Leben des späteren Diktators, die dieses Wissen noch zu ergänzen vermögen.
          Sicher ist sicher: Die Kunden decken sich mit Konserven und Einmachgläsern ein.

          Vorratskäufe nehmen zu : Hamstern in der Mittagspause

          Ein Wagen voller Konserven ist auch in Zeiten des Coronavirus noch kein Indiz für einen „Prepper“. Dennoch zeigt sich in den Supermärkten, dass es mehr Vorratskäufe gibt.