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AVP-Insolvenz : Schwerer Schlag für viele Apotheken

Beträchtlicher Umfang: AVP verarbeitet rund 72 Millionen Rezepte im Jahr. Bild: Getty

Die Insolvenz des Rezeptabrechners AVP hat viele Apotheken in Existenznot gebracht. Voraussichtlich werden sie wohl nicht bevorzugt ausgezahlt – und könnten dadurch viel Geld verlieren.

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          Im Fall des insolventen Rezeptabrechnungsunternehmens AVP aus Düsseldorf müssen die mehr als 3000 betroffenen Apotheken einen weiteren Rückschlag verkraften. Nach der derzeitigen Einschätzung des vorläufigen Insolvenzverwalters Jan-Philipp Hoos kann der große Teil von ihnen nicht darauf hoffen, bevorzugt ausgezahlt zu werden. Stattdessen müssen die auf den Konten von AVP vorhandenen Guthaben seiner Ansicht nach wohl überwiegend der Insolvenzmasse zugeschlagen werden. „Wir sind noch mitten in der Prüfung, aber meine vorläufige Einschätzung ist, dass die Apotheken im Großen und Ganzen kein Aussonderungsrecht haben“, sagte Hoos der F.A.Z.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Hinter diesem juristischen Fachbegriff verbirgt sich eine für die Apotheken entscheidende Frage. Denn wenn das Geld auf den Abrechnungskonten von AVP in die Insolvenzmasse einfließt, sind sie zwar weiter die größte Gläubigergruppe. Das Finanzamt, die Arbeitsagentur, die Beschäftigten, die Banken – sie alle werden aber ebenfalls Ansprüche anmelden. Die Apotheken würden daher wohl weniger bekommen, als wenn ihnen das Geld auf den Abrechnungskonten direkt zugesprochen würde, und sie müssten länger darauf warten. Am Ende werden über diese Frage womöglich die Gerichte entscheiden.

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