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Autozulieferer : Finanzvorstand Klaus Rosenfeld ist Schaefflers neuer Liebling

Schaeffler-Kugellager Bild: dapd

Der Automobilzulieferer Schaeffler steht laut einem Magazinbericht im kommenden Jahr vor einem Führungswechsel. Sicher ist das nicht. Aber die Vertragsverlängerung von Vorstandschef Geißinger ist offen.

          Das Dementi blieb aus, die Stellungnahme auf einen Magazinbericht blieb am Freitag mau. Das schürt alte Gerüchte, dass die Tage von Jürgen Geißinger als Vorstandsvorsitzender der Schaeffler AG gezählt sein könnten. Aus dem Umfeld des Herzogenauracher Herstellers von Wälz- und Kugellager zu vernehmen, das die Verlängerung seines Ende 2014 auslaufenden Vertrages tatsächlich nicht gesichert ist.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Rückendeckung für Geißinger hört sich anders an: Vertragsverhandlungen seien momentan kein Thema und der bis Ende 2014 laufende Vertrag nicht Gegenstand von Verhandlungen, entgegnete ein Unternehmenssprecher auf eine entsprechende Meldung des „Manager Magazins“. Verhandlungen muss es auch nicht unbedingt geben, wenn ein Vertrag nicht verlängert werden soll. So aber droht Geißinger, 54 Jahre, zur „Lame Duck“ – einer lahmen Ente – zu werden, wie Amerikaner sagen. Offenbar haben die Eigentümer Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg Vorbehalte, eine klare Aussage für den langjährigen operativen Chef zu treffen.

          Geißinger trat Ende 1998 als Vorsitzender der Geschäftsführung der damals unter Ina-Schaeffler KG firmierenden Gesellschaft ein. Nach der 2008 angegangenen feindlichen Übernahme des im Dax notierten, drei Mal größeren Autozulieferers Continental geriet Geißinger in die Kritik, der die Idee hatte und die Regie führte. Die Aktion hat Schaeffler rund 10 Milliarden Euro Schulden eingebrockt, die heute noch schwer auf Familie und Unternehmen lasten. In der Wirtschaftskrise 2009 stand es so am Rande des Abgrunds. Selbst wenn diese Zeit inzwischen vergessen ist, verwässern die jüngsten Absatzschwächen mit Industrielagern mit deutlichen Gewinnrückgängen die notwendige Ertragsstärke, selbst wenn das Automobilgeschäft noch gut läuft.

          Jürgen Geißinger

          In den zurückliegenden eineinhalb Jahren hatte vielmehr Finanzvorstand Klaus Rosenfeld die für Unternehmen und Familie wichtigsten Herausforderungen zu stemmen, während Geißingers operative Arbeit in den Hintergrund treten musste. Der frühere Manager der Dresdner Bank hat die Schuldenlast neu strukturiert, erfolgreich Anleihen am Kapitalmarkt plaziert und für eine gewisse Reputation unter Finanzinvestoren gesorgt. Dadurch wurde die Finanzierungslast erheblich gesenkt, was zur Ergebnisverbesserung maßgeblich beigetragen hat. Vor dem Hintergrund dürften sich die Sympathien von Geißinger zu Rosenfeld verschoben haben, der so zum Liebling der Familie geworden sein soll. Ob er aber das Zeug für den Posten des Vorstandschef hat, wird indes bezweifelt.

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