https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/autozulieferer-continental-will-mit-google-und-ibm-roboterautos-entwickeln-12541041.html

Autozulieferer : Continental will mit Google und IBM Roboterautos entwickeln

  • -Aktualisiert am

Continental-Logo in Hannover Bild: REUTERS

Der Autozulieferer arbeitet an der Zukunft des Fahrens. Der Weg zum Roboterauto geht nur über „Big Data“. Dahinter steckt ein großes Versprechen.

          3 Min.

          Der weltweit zweitgrößte Autozulieferer Continental steht kurz vor dem Abschluss von Kooperationsverträgen mit den beiden amerikanischen Technologiekonzernen Google und IBM. Die geplante Zusammenarbeit zielt darauf ab, neue Lösungen für das automatisierte Fahren zu finden. Die dafür notwendigen Investitionen sollen ebenso wie künftige Erträge geteilt werden. Nach Informationen dieser Zeitung aus Konzernkreisen sollen die beiden Allianzen möglicherweise schon zur Automesse IAA im September in Frankfurt bekanntgegeben werden. Die Unternehmen wollten diese Informationen auf Anfrage nicht kommentieren.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Bei Conti arbeiten mehr als 1300 Forscher und Entwickler an der Zukunft des Autofahrens, das - so ihr Ziel - von 2025 an auch ohne den lenken Einfluss des Fahrers funktionieren soll. Der kann dann Zeitung lesen, E-Mails löschen oder ein Nickerchen machen. „In zehn bis 15 Jahren wird das auf vielen Strecken Realität sein“, sagt der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann.

          Diese Vision wird von Google geteilt. Der Internet-Konzern hat etliche Autos mit Hilfe eigener und fremder technologischer Winkelzüge zu selbstfahrenden Fahrzeugen umgebaut, die sich mit ihrem radarähnlichen Aufbau durch die Straßen Kaliforniens und Nevadas bewegen. Das sind die einzigen beiden Bundesstaaten, die (streng beaufsichtigte) Roboterautos für den normalen Straßenverkehr zugelassen haben. Umfunktioniert wurden der Toyota Prius und der Lexus RX.

          Spätestens 2017 sollen erste Privatleute selbstfahrende Autos kaufen können

          Google sieht sich als Vorreiter auf diesem Feld und hat sogar noch ehrgeizigere Pläne als Conti. Bis spätestens 2017 könnten auch Privatleute in Kalifornien selbststeuernde Autos kaufen, sagte Sergey Bin, einer der beiden Gründer des Internetkonzerns, im vergangenen Jahr. Ein eigenes Auto wolle Google nicht konstruieren, betonte Bin, der stattdessen auf die Zusammenarbeit mit den etablierten Herstellern setzt.

          Dazu zählt, wenn das geplante Abkommen nicht noch auf den letzten Metern scheitert, fortan auch Continental. Der hannoversche Autozulieferer hat seinerseits immer betont, beim automatisierten Fahren nur über Partnerschaften reüssieren zu können: „Unserer Meinung nach lassen sich die Möglichkeiten des vernetzten Fahrzeugs am besten durch Kollaborationen erschließen, in welchen wir Fachkompetenzen zusammenbringen und bahnbrechende Technologien von der Idee über die Entwicklung bis zur Markteinführung umsetzen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Elmar Degenhart Anfang August. Tatsächlich ergibt es für Conti wenig Sinn, sich in Eigenregie um Wetter- oder Navigationsdaten, Staumeldungen oder das Musik-Streaming zu kümmern - also um die Dinge, die künftig via Internet zuverlässig zu Weiterverarbeitung in den Bordcomputer eingespeist werden sollen. Mit Google holt sich Continental die Expertise für die Aufbereitung und Verarbeitung der für die Fahrzeugsteuerung erforderlichen externen Daten ins Haus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Für SPD-Kanzler Olaf Scholz wird das regieren in der Ampel mit dem Ergebnis der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wohl nicht einfacher.

          Nach der Wahl in NRW : Schieflage für Scholz

          Läuft es nun in Kiel und Düsseldorf auf schwarz-grüne Koalitionen hinaus? Das würde die Grünen vom Berliner Bündnis entfernen. Die FDP stünde vor einem Scherbenhaufen – und sogar Merz müsste bangen.
          Erdogan beim NATO-Gipfel in Brüssel

          Streit in der NATO : Der Diktator in den eigenen Reihen

          Die NATO muss das Veto der Türkei gegen die Aufnahme Schwedens und Finnlands überwinden. Das geht vermutlich nur mit moralisch zweifelhaften Angeboten an Ankara.
          Vermieter müssen Heizkörper auf Funktechnik umrüsten.

          Neue Heizkostenverordnung : Smarte Zähler werden Pflicht

          Funktechnik kann Mietern monatlich Daten zu ihrem Energieverbrauch liefern. Das soll zum Sparen motivieren. Zunächst aber profitieren die Messdienstleister. Der Eigentümer zahlt, wenn es schlecht läuft, drauf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Kapitalanalge
          Erzielen Sie bis zu 5% Rendite
          Sprachkurse
          Lernen Sie Englisch
          Immobilienbewertung
          Verkaufen Sie zum Höchstpreis