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Autozulieferer : Achsenfabrik Sauer wird verkauft

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Drei Finanzinvestoren liefern sich einen Bieterkampf um die fränkische Achsenfabrik Otto Sauer. Sie bieten der DBAG rund 250 Millionen Euro.

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          Nur eineinhalb Jahre nach dem Kauf durch die Deutsche Beteiligungs-AG (DBAG) wird die fränkische Otto Sauer Achsenfabrik GmbH (SAF) an den nächsten Finanzinvestor weitergereicht. Nach Informationen dieser Zeitung liefern sich in dem weit fortgeschrittenen Verkaufsprozeß drei Beteiligungsgesellschaften einen harten Bieterkampf: die amerikanischen Private-Equity-Investoren Bain Capital und Carlyle sowie die britische Montagu. Einer der drei Bieter verhandelt derzeit exklusiv mit der DBAG.

          Die drei Interessenten hätten jeweils rund 250 Millionen Euro geboten, verlautete aus Kreisen der Banken und Beteiligungsgesellschaften. Für die Frankfurter DBAG wäre dies ein gutes Geschäft, denn sie hat im April vergangenen Jahres nach eigenen Angaben rund 130 Millionen Euro bezahlt. Ob das auch für den Sieger des jetzigen Bieterwettbewerbs ein gutes Geschäft ist, wird in Bankenkreisen bezweifelt. "Der Kaufpreis würde das Ebitda um mehr als das Achtfache übertreffen. Das ist sehr teuer." Schon der Kauf des Autozulieferers Jost durch den britischen Finanzinvestor PPM wurde in der Branche als "sehr sportlich" bezeichnet. PPM hatte vor einem halben Jahr 6,8mal mehr als das oprative Jahresergebnis (Ebitda) für das Unternehmen gezahlt.

          Banken sind zögerlich

          Zudem waren in den vergangenen Jahren einige fremdfinanzierte Übernahmen in der Autozuliefererbranche - wie der zu Carlyle gehörende Cabriodach-Hersteller Edscha - nicht sehr erfolgreich. Zusammen mit den zuletzt hohen Preisen und den trüben Prognosen für die Autobranche hat das in den vergangenen Monaten dazu geführt, daß die Banken für Übernahmen in diesen Branchen weniger finanzierungsfreudig geworden sind.

          Die im fränkischen Bessenbach ansässige SAF ist ungeachtet dessen in den vergangenen zwei Jahren mit zweistelligen Raten gewachsen. Im vergangenen Jahr setzte der Nutzfahrzeugzulieferer mit rund 1000 Mitarbeitern nach eigenen Angaben 328 Millionen Euro um, im Vorjahr waren es erst 262 Millionen Euro. Die Gesellschaft stellt Achsen für Sattelauflieger und Lastwagenanhänger her. "Das Unternehmen hat sich vernünftig entwickelt", sagte ein DBAG-Sprecher, der die Bemühungen um einen Ausstieg nicht bestätigen wollte. Neben der DBAG, die aus ihrer Bilanz und ihrem Fonds gut 60 Prozent des Stammkapitals besitzt, ist auch aus der Gründerfamilie Ulrich Otto Sauer zu etwa 30 Prozent beteiligt.

          Beteiligungsgesellschaften verkaufen sich Unternehmen gegenseitig

          Angesichts der hohen Preise seien die zunächst ebenfalls interessierten Wettbewerber von SAF recht schnell aus dem Bieterverfahren ausgeschieden, hieß es in den Kreisen. Auch die Finanzinvestoren Alpha Investors, PPM und Barclays sind mittlerweile aus dem Rennen. Sollte der Verkauf glücken, wäre mit SAF ein weiterer Autozulieferer von einer Beteiligungsgesellschaft zur nächsten gereicht worden. Diese sogenannten Secondaries haben sich in der Branche zuletzt gehäuft.

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          Unser Autor: Martin Benninghoff

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