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Autotrends : Frauen würden Opel kaufen

  • -Aktualisiert am

Kombis sind gerade absolut hip Bild: dpa

Elektroautos dürfen nur 20.000 Euro kosten, Kombis sind in, SUVs out. Fußballtrainer Jürgen Klopp macht Opel für Frauen attraktiv. Männer mögen BMW.

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          Nimmt man die Erhebungen des größten deutschen Tankstellenbetreibers Aral zum Maßstab, dann müsste Opel als zweitbeliebtester Marke der deutschen Autokäufer eine glänzende Zukunft bevorstehen. Denn das sogenannte „Trendauto“ der Zukunft - also das Auto, dessen Bestandteile in der Beliebtheit am stärksten zugelegt haben - ist ein Kleinwagen der Marke Opel mit Dieselmotor. Allerdings ist das Opel-Modell Adam deshalb nicht unbedingt das in Zukunft am meisten georderte Auto. Das gilt vielmehr für das „Wunschauto“. Denn dieses Fahrzeug wollen die meisten Befragten kaufen, und hier liegt Opel hinter Volkswagen.

          Beim Wunschauto handelt es sich um einen schwarzen Kombi der Marke Volkswagen mit Benzinmotor. In der letzten Befragung vor zwei Jahren war das Wunschauto noch eine VW-Limousine und das Trendauto ein weißer Kombi der tschechischen VW-Marke Škoda. Die Vorliebe für Volkswagen teilen Frauen und Männer, beide Gruppen bevorzugen den Marktführer gleichermaßen.

          Extreme Unterschiede zeigen sich dagegen bei den Marken Opel, BMW und Mercedes-Benz sowie bei den französischen Automarken: Frauen bevorzugen Opel und französische Autos, Männer interessieren sich dagegen stärker für BMW und Mercedes-Benz, wie die in Frankfurt präsentierte Umfrage „Trends beim Autokauf“ des Mineralölkonzerns Aral ergab.

          Magnet Jürgen Klopp

          Für Opel hat es sich damit offenbar auch ausgezahlt, den Dortmunder Fußballtrainer Jürgen Klopp als Werbepartner engagiert zu haben. Der unter dem Spitznamen „Kloppo“ bekannte Coach war zuletzt mit Schleichwerbung in der Frauenzeitschrift „Grazia“ aufgefallen, die ein großes Interview mit dem Sympathieträger über seinen Urlaub auf Sylt veröffentlichte. Das Aufmacherfoto der Story zeigt „Kloppo“ lässig an einen Opel gelehnt und verweist im Bildtext auf die „Inseltour im Opel Adam“. Im Text heißt es: „Wir haben hier einen Opel Adam - der ist so klein, dass er in jede Parklücke passt und der Hund trotzdem noch Platz hat.“ Das dürfte etliche Frauen auf Opel aufmerksam gemacht haben.

          Neben den Automarken geht es in der Studie auch um die verschiedenen Antriebsarten. Den Herstellern von Elektroautos kann die Erhebung nur wenig Hoffnung machen: Denn Verbraucher erwarten, dass Elektroautos nur 20.000 Euro kosten sollten - weil sie mit einer Batterieladung weniger weit fahren können als ein Benziner mit vollem Tank. Und weil es lange dauert, sie wieder aufzuladen. Und weil sie meist einen kleineren Kofferraum haben.

          Im Vergleich zu früheren Befragungen hat sowohl der Anteil derjenigen abgenommen, die sich vorstellen können, ein Elektroauto zu kaufen, als auch die Bereitschaft, einen Preisaufschlag für die neue Technik zu zahlen. Aus diesem Grund hat schon General Motors den Preis seines Chevrolet Volt gesenkt.

          Unbeliebte Cabrios

          In Deutschland gibt es aber keinen einzigen Hersteller, der ein Elektroauto für 20.000 Euro anböte. Im Gegenteil: Die batteriebetriebenen Fahrzeuge sind deutlich teurer als normale Autos. Der kalifornische Hersteller Tesla bietet seine Luxuslimousine Model S für 80.000 Euro an. Ein Opel Ampera kostet 40.000 Euro und ein BMW i3 ist ab 35.000 Euro zu haben. Am nächsten an den Vorstellungen der Verbraucher ist der elektrische Nissan Leaf, der 30.000 Euro kostet. Schnelle Verkaufserfolge sind so für Elektroautos in naher Zukunft nicht zu erwarten.

          Auch im Bereich der Auswahl der Verbraucher unter den Karosserieformen tut sich einiges. Laut Aral-Studie haben die in den vergangenen Jahren äußerst beliebten Minivans und Stadtgeländewagen ihren Zenit ebenso überschritten wie Cabrios. Im Trend liegen dagegen Kleinwagen, deren Beliebtheit zunimmt.

          Vor zwei Jahren gaben sich nur 17 Prozent der Befragten mit einem Stadtflitzer zufrieden, jetzt sind es 26 Prozent. An der Spitze der Beliebtheitsskala stehen jedoch neuerdings Kombis, die zum ersten Mal nach zehn Jahren die Limousine als Spitzenreiter abgelöst haben. 28 Prozent der Kunden in Deutschland bevorzugen derzeit die Karosserieform des Kombis, die viel Platz für Gepäck bietet. Ungebrochen ist insgesamt die Kauflust trotz schwieriger Rahmenbedingungen: 26 Prozent der deutschen Autofahrer planen in den kommenden eineinhalb Jahren die Anschaffung eines Autos.

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