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Automobilindustrie : Wissmann soll VDA führen

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Medienprofi mit guten Kontakten: Matthias Wissmann Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Der frühere Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann soll nach Informationen der F.A.Z. neuer Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) werden. Formell gewählt werden soll er in einer Sondersitzung am Montag.

          Der frühere Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann soll nach Informationen dieser Zeitung neuer Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) werden. Darauf haben sich die 14 VDA-Vorstandsmitglieder verständigt. Formell gewählt werden soll Wissmann in einer VDA-Sondersitzung am Montag, verlautete aus Kreisen der Automobilindustrie.

          Der langjährige VDA-Präsident Bernd Gottschalk war vor zwei Wochen überraschend zurückgetreten. Ursprünglich wollte der VDA den früheren BMW-Vorstandsvorsitzenden Helmut Panke zum neuen Präsidenten küren. Doch Panke lehnte ab. Für den Fall, dass bis zur Sitzung am Montag kein Kandidat zur Verfügung gestanden hätte, der die Mehrheit der Verbandsmitglieder, insbesondere aber die Zustimmung der großen Hersteller wie VW, Daimler-Chrysler und BMW bekommen hätte, hätte der frühere Mercedes-Chef Jürgen Hubbert als Interimspräsident zur Verfügung gestanden. Zu dieser Zwischenlösung wird es nun nicht mehr kommen. Der VDA vertritt die Interessen von mehr als 500 Unternehmen der Auto- und Zulieferindustrie mit rund 750.000 Beschäftigten.

          „Wissmann kann man in jede Talkshow schicken“

          Der 57 Jahre alte Wissmann war von 1993 bis 1998 Bundesverkehrsminister. Heute sitzt er für die CDU im Bundestag, wo ihm die Leitung des Europaausschusses obliegt. Seine guten Kontakte sowohl in der Berliner Politik als auch nach Brüssel sind für seine Wahl zum VDA-Präsidenten mitentscheidend, heißt es in der Automobilindustrie. Außerdem wird auf Wissmanns Medientauglichkeit verwiesen. „Wissmann kann man ohne Bedenken in jede Talkshow schicken“, sagt ein hochrangiger Manager aus der Autobranche mit einem Seitenhieb auf den bei öffentlichen Auftritten eher spröde und langweilig wirkenden Gottschalk. Die Autoindustrie erhofft sich von Wissmann ein energischeres öffentliches Eintreten für deren Interessen, insbesondere auch in der aktuellen Debatte um den Ausstoß von Kohlendioxid, bei der gerade die deutschen Hersteller stark am Pranger stehen.

          Als in Ludwigsburg geborener Baden-Württemberger dürfte Wissmann bereits gut bekannt sein mit Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche, der einer der drei VDA-Vizepräsidenten ist. Auf dem Weg zum juristischen Staatsexamen war der Kaufmannssohn einst am Landgericht Stuttgart tätig. Wissmann gilt als Freund und Berater von Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger.

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