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Automobile : Zigtausende Smart müssen in die Werkstatt

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Verschleiß-Probleme: Zweisitzer von Smart Bild: MCC Smart

Der defizitäre Kleinwagenbauer Smart muß allein in Deutschland 58.000 Autos zur Überprüfung der Vorderachse in die Werkstatt rufen. Betroffen sind Autos der Baujahre 1998 bis 2000.

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          Mehr als 58.000 ältere Fahrzeuge des zweitsitzigen Kleinstwagens Smart Fortwo müssen in Deutschland und im Ausland wegen Problemen an der Vorderachse in die Werkstätten zurück. Grund für den Rückruf des zweisitzen Kleinstwagens seien mögliche Probleme an Traggelenken der Vorderachse, teilte die Daimler-Chrysler-Tochter Mercedes Car Group am Freitag mit. Auf Grund von Verschleiß durch Laufleistung und Korrosion könne es zu einem Ausfall des Vorderachsgelenks kommen.

          Zur Mercedes Car Group gehören neben der seit Jahren unter Absatzproblemen leidenden Kleinstwagen-Marke Smart noch die Nobelmarken Mercedes-Benz und Maybach. Ein Smart-Sprecher sagte, von dem Rückruf seien neben 58.000 Fahrzeugen in Deutschland auch noch Fahrzeuge in anderen Ländern betroffen. „Es kann möglicherweise Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum Oktober 1998 bis Dezember 2000 betreffen, und die wurden natürlich auch in anderen Ländern verkauft", fügte der Sprecher hinzu.

          Eine Zahl für die im Ausland von dem Rückruf betroffenen Fahrzeuge nannte er zunächst nicht. Die Hauptabsatzmärkte außerhalb Deutschlands für den vor sieben Jahren auf den Markt gebrachten Smart sind Italien, Frankreich, Spanien, Schweiz, Österreich, Benelux und Japan. In den USA darf der Smart mangels behördlicher Zulassung nicht verkauft werden, der Markteintritt soll dort mit dem Nachfolgemodell des Zweisitzers ForTwo 2007 erfolgen.

          Rückstellungen gebildet

          Die Verschleiß-Probleme mit der Vorderachse des Smart ForTwo sind dem Unternehmen bereits seit längerem bekannt. Deshalb wurde zwischenzeitlich eine neue Vorderachse entwickelt und seit dem Jahr 2000 in die Fahrzeuge eingebaut. „Wir haben damals schon Rückstellungen gebildet", sagte ein Smart-Sprecher. Deshalb führe der Rückruf nicht zu neuen finanziellen Belastungen. Smart kämpft seit Jahren mit Verlusten und soll mit einem harten Sparprogramm, nahezu halbierter Belegschaft und einer auf zwei Baureihen geschrumpften Modellpalette 2007 erstmals schwarze Zahlen schreiben.

          Bei der Mutter DaimlerChrysler führten die Sonderbelastungen für die Restrukturierung von Smart im ersten Quartal zu einem Gewinneinbruch um fast 60 Prozent, die ehemalige Ertragsperle Mercedes Car Group rutschte unter anderem wegen der Kosten für Smart von rund 1,2 Milliarden Euro erstmals seit 1993 in die Verlustzone. Im vergangenen Jahr wurden weltweit 167.900 Smart gebaut, verkauft wurden 152.100 Fahrzeuge der Modelle ForTwo, ForFour und Roadster.

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