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Automobile : „Wir machen Mercedes-Benz wieder zur Nummer 1“

  • Aktualisiert am

Jürgen Schrempp zeigt sich zuversichtlich Bild: REUTERS

Qualität hat Vorrang: Daimler-Chryslers Top-Marke Mercedes soll schnell wieder auf Vordermann gebracht werden. Konzern-Chef Schrempp sieht trotz des weiterhin schwachen Dollars keine Behinderung für das Vorhaben.

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          Die Schwierigkeiten der Premiummarke Mercedes will Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp innerhalb von zwölf Monaten in den Griff bekommen. Daß der schwache Dollar die Ertragsrechnung abermals durcheinanderbringen könnte, glaubt Schrempp nicht. „Für 2005 haben wir 75 Prozent gehedged, also gegen Schwankungen abgesichert. 25 Prozent sind variabel“, sagte Schrempp in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Daimler-Chrysler sei auch dann noch auf der sicheren Seite, wenn der Dollar schwächer notiert als 1,30 Dollar je Euro und die Phase nach 2006 anhält: „Auch für 2006 haben wir uns schon zu einem geringeren Teil abgesichert. Aber weitere Prognosen sind bei den heutigen Kursschwankungen sehr schwierig“

          Ganzes Maßnahmenbündel

          Mit seinen Antworten präzisierte Schrempp eine Aussage von Finanzvorstand Bodo Uebber, der in der Jahreskonferenz gesagt hatte, die Währungsturbulenzen seien durch Kurssicherungsmaßnahmen nur teilweise abgefedert. Daimler-Chrysler hatte am Donnerstag einen starken Gewinneinbruch für die Mercedes Car Group und ihre Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach gemeldet (F.A.Z. vom 11. Februar).

          Neben hohen Kosten für die Beseitigung von Qualitätsproblemen und einem, wie Schrempp sagte, „substantiellen Verlust von Smart“ war auch der schwache Dollar ausschlaggebend. Schrempp kündigt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ein ganzes Maßnahmenbündel an: „Alles, was wir machen, müssen wir auf Benchmark-Niveau machen mit dem Anspruch, Mercedes-Benz wieder als Nummer 1 zu positionieren.“

          Nicht nur Mercedes betroffen

          Der schwache Dollar stellt fast die gesamte Automobilindustrie vor eine große Herausforderung. Betroffen sind vor allem die deutschen Hersteller, die wie Daimler-Chrysler, BMW, Porsche und Volkswagen viele Autos in den Vereinigten Staaten verkaufen. Analysten der WestLB erwarten, daß etwa bei BMW die Währungseffekte aus dem amerikanischen Geschäft das Ergebnis in diesem Jahr um 886 Millionen Euro drückt.

          Für Volkswagen gehen Experten sogar von einem Verlust von mehr als 1 Milliarde Euro aus. Daimler-Chrysler wird wegen der ungünstigen Währungsrelation den neuen Kompaktvan, die Mercedes B-Klasse, vorerst nicht in den Vereinigten Staaten verkaufen. Auf die Dollarschwäche reagieren europäische Autohersteller auch mit dem sogenannten Natural Hedging, also die natürliche Absicherung durch Verlagerung von Fertigungskapazität in den Dollar-Raum. So wird Mercedes in diesem Jahr die Kapazität in seinem amerikanischen Werk im Bundesstaat Alabama aufstocken. Dort, wo bisher nur die M-Klasse gebaut wird, laufen bald auch die R-Klasse, eine Mischung aus Geländewagen und Van, sowie die neue G-Klasse vom Band.

          Qualitätsprobleme bei Top-Marke

          Gerade Mercedes hat im vergangenen Jahr stark unter der Dollar-Schwäche gelitten: „Ohne die Belastungen durch den schwachen Dollar im Jahr 2004 wäre das Mercedes-Ergebnis nicht weit entfernt von den Zahlen des Jahres 2003“, sagte Schrempp in dem Interview. Daß ausgerechnet bei der Top-Marke auch noch Qualitätsprobleme das Ergebnis verhagelt haben, führt Schrempp auf Versäumnisse in der Vergangenheit zurück: „Wenn ich zurückschaue, gibt es beim Thema Qualität schon Dinge, die wir hätten anders machen müssen.“ Schrempp vertritt allerdings die feste Überzeugung, daß Mercedes-Kunden die Transparenz honorieren werden. Schließlich habe Daimler-Chrysler das Qualitätsthema als eine der wenigen Firmen offen vertreten. Das sei auch sehr schmerzlich gewesen.

          Keinesfalls hätten die jüngsten Probleme bei Mercedes-Benz mit der Sanierung von Chrysler zu tun, sagte Schrempp weiter. Der Daimler-Chef wörtlich: „Es ist nie Geld aus der Konzernkasse über den Atlantik geschickt worden wegen der Situation bei Chrysler. Wir werden demnächst auf der Hauptversammlung darstellen, was bei Chrysler zwischen 1998 und heute erreicht worden ist.“

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