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Automobile : VW baut den Scirocco-Nachfolger in Portugal

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Klassiker: VW Scirocco, 1974 Bild: Hersteller

„Der Scirocco wird gebaut, und zwar in Portugal“, läßt sich VW-Markenvorstand Bernhard zitieren. Das unterstreicht, wie ernst es dem Unternehmen mit Kostensenkungen an den westdeutschen Standorten ist.

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          Volkswagen wird den für 2008 geplanten Nachfolger des in den 1970er Jahren beliebten Sportcoupes Scirocco in Portugal und nicht im Stammwerk Wolfsburg bauen lassen.

          „Der Scirocco wird gebaut, und zwar in Portugal“, sagte VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard dem „Handelsblatt“ laut einem Vorabbericht vom Dienstag. Im portugiesischen Setubal fertigt Volkswagen bereits das neue Cabriolet-Modell Eos sowie die Vans VW Sharan und Seat Alhambra, die bald auslaufen. Die zunächst geplante Vergabe des Scirocco an Wolfsburg scheiterte an Kostennachteilen. Momentan ist die größte VW-Fabrik nur zu 70 Prozent ausgelastet.

          Golf-Produktion in Wolfsburg auf der Kippe

          Die Entscheidung für Portugal macht deutlich, wie ernst es dem Vorstand in den aktuellen Verhandlungen mit der Gewerkschaft und dem Betriebsrat über Kostensenkungen an den westdeutschen Standorten ist. VW-Personalvorstand Horst Neumann hat unlängst mit der Verlagerung der Golf-Produktion ins Ausland gedroht, falls die IG Metall nicht auf die Forderung nach längeren Arbeitszeiten eingeht (VW macht Ernst mit der Sanierung).

          Nur massive Kosteneinsparungen können nach Ansicht des Vorstands die Chancen der westdeutschen VW-Werke wieder erhöhen. So sollen die Beschäftigten dort künftig wieder 35 statt 28,8 Wochenstunden arbeiten - ohne Lohnausgleich. VW stellt im Zuge seiner Neuordnung bis zu 20.000 Arbeitsplätze in Frage. Experten gehen davon aus, dass sogar bis zu 30.000 Stellen auf der Kippe stehen, wenn VW die Arbeitszeit wie geplant verlängert.

          Mit dem Scirocco will VW seine Modellpalette auffächern. Vorstandschef Bernd Pischetsrieder hatte bei seinem Amtsantritt vor vier Jahren angekündigt, mehr Modellnischen abzudecken. Vom Scirocco sollen nach Einschätzung von Branchenexperten mehr als 100.000 Einheiten im Jahr verkauft werden.

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