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Automobile : Schwedens Ministerpräsident trifft Führung von GM

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Was will Persson für Saab tun? Bild: AP

Staatliches Rettungspaket für Saab: Die schwedische Regierung greift an diesem Freitag in die Sanierungsverhandlungen um die Autohersteller Opel und Saab ein. Vordergründig reagiert Rüsselsheim gelassen.

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          Die schwedische Regierung greift in die Sanierungsverhandlungen um die Autohersteller Opel und Saab ein. Ministerpräsident Göran Persson treffe sich an diesem Freitag mit der Führungsspitze der Muttergesellschaft General Motors Europe (GM), verlautet aus Unternehmenskreisen. Er wolle das mehrere Millionen Euro ausmachende Rettungspaket für den schwedischen Saab-Standort Trollhättan besprechen.

          Das Paket der Regierung umfasse eine Vielzahl von Hilfestellungen, vor allem zur Verbesserung der Infrastruktur. Nach Abschluß der Beratungen mit den Gewerkschaften solle es noch an diesem Wochenende zudem um ein Angebot über Arbeitszeiten und Löhne erweitert werden.

          Schwedische Medien berichten, Saab biete die Ausweitung der Produktion auf 22 Stunden je Tag ohne finanziellen Ausgleich und die verstärkte Genehmigung befristeter Arbeitsverhältnisse an. Offizielle Stellungnahmen gab es nicht. Die schwedische Regierung wolle das Paket erst am kommenden Montag veröffentlichen, weil sie vorzeitige Reaktionen der Landesregierung in Hessen oder der Bundesregierung ausschließen wolle, hieß es.

          Straßen breiter, Schienen schneller

          Das Rettungspaket umfaßt offenbar folgende Punkte: Die 80 Kilometer lange Straße zwischen Trollhättan und Göteborg (E45) soll zu einer Autobahn ausgebaut werden. Bisher waren dafür zehn Jahre vorgesehen, nun sind fünf Jahre avisiert. Göteborg ist für Saab der wichtigste Exporthafen. Zweitens soll die Eisenbahnstrecke zwischen Trollhättan und Göteborg von einer auf zwei Spuren erweitert werden. Die Region und die AMS (vergleichbar mit der Bundesagentur für Arbeit) garantieren die Ausbildung qualifizierter Fahrzeugbauer für die kommenden Jahre. Die örtlichen Hersteller Ford/Volvo, GM/Saab, Volvo Nutzfahrzeuge und Scania verlängern in Kooperation mit der Regierung die Finanzierung einer Fachschule für Fahrzeugbau in Göteborg.

          Die schwedische Regierung wird aktiv, weil GM angekündigt hat, von 2008 an seine Mittelklasseautos Saab 9-3 und Opel Vectra nur noch an einem Ort fertigen zu lassen. Um den Auftrag streiten das Saab-Werk Trollhättan und das Opel-Werk Rüsselsheim, die beide nicht ausgelastet sind. Dem unterliegenden Standort droht die Schließung der Fahrzeugproduktion.

          Betriebsversammlung in Rüsselsheim

          Von Opel heißt es, Trollhättan versuche nur aufzuholen, was Rüsselsheim längst habe. Am hessischen Standort sei die Infrastruktur schon erstklassig. Für diesen Freitag ist in Rüsselsheim eine Betriebsversammlung geplant, zu der mindestens 10.000 Mitarbeiter erwartet werden. Sie erhoffen sich Aufklärung zu den Sanierungsverhandlungen. Nach Angaben der Agentur AFP sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Opel, Klaus Franz, die Arbeitnehmervertreter hätten ein Alternativkonzept vorgeschlagen, um Entlassungen und Werksschließungen zu vermeiden. Wie dieses aussieht, blieb aber offen.

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