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Automobile : Piëch trieb Pischetsrieder zum Abschied von VW

Bild: F.A.Z.

Einen regelrechten Putsch gegen Bernd Pischetsrieder soll der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Piëch inszeniert haben. Wie sich die Demontage Pischetsrieders abgespielt hat, erfuhr die F.A.Z. aus gut informierten Kreisen.

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          VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder verläßt den Automobilkonzern nicht aus eigenem Antrieb. Er wurde von den führenden Vertretern im VW-Aufsichtsrat zum Rücktritt gedrängt, wobei Chefkontrolleur Ferdinand Piëch die treibende Kraft war. Dies erfuhr die F.A.Z. aus gut informierten Kreisen. Der Putsch gegen Pischetsrieder soll sich folgendermaßen ereignet haben:

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Piëch hat am Dienstag eine Sondersitzung des Präsidiums des Aufsichtsrates einberufen mit dem Ziel, Pischetsrieder zu Fall zu bringen. Zuvor hatte er sich der Rückendeckung der Arbeitnehmerbank sowie von Porsche versichert. In dem Aufsichtsratspräsidium sitzen neben Piëch noch Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) als Vertreter der Hauptaktionäre von VW sowie drei Arbeitnehmervertreter: IG-Metall-Chef Jürgen Peters, Betriebsratschef Bernd Osterloh und dessen Stellvertreter Bernd Wehlauer.

          Wiedeking hat sich auf Piëchs Seite geschlagen

          Peters gilt als Verbündeter Piëchs und Gegner Pischetsrieders. Osterloh und Wehlauer schlossen sich aus Parteigehorsam der Haltung Peters' an, Wiedeking, der wie Wulff im Mai noch für eine Verlängerung von Pischetsrieders Vertrag gekämpft hatte, hat sich ebenfalls auf die Seite Piëchs geschlagen. Angeblich sei ihm, Wiedeking, als Neuaktionär von VW in den vergangenen Monaten klargeworden, daß Pischetsrieder den Sanierungskurs nicht konsequent und schnell genug vorantreibe, heißt es.

          Entscheidungen würden hin- und hergeschoben, Projekte totgerechnet, und die Erfolge bei der Suche nach Synergien zwischen den Marken des Konzerns seien unzureichend, lauten die Vorwürfe an Pischetsrieder. Einen einzigen konkreten Anlaß soll es für den De-facto-Rauswurf nicht gegeben haben.

          Wulff wollte abermalige öffentliche Debatte vermeiden

          Wulff soll sich in der Sitzung zwar hinter Pischetsrieder gestellt haben. Doch als dieser signalisiert habe, aus Mangel an Vertrauen und Rückhalt einer einvernehmlichen Trennung zuzustimmen, habe Wulff seinen Widerstand aufgegeben, um eine abermalige öffentliche Debatte über die Zukunft des VW-Chefs zu vermeiden, heißt es.

          Piëchs Vorschlag, seinen Vertrauten und Duzfreund Winterkorn zum Nachfolger zu machen, wurde einstimmig angenommen. Winterkorn soll schon ein Konzept in der Schublade haben, wie er VW und Audi enger zusammenführen und Synergien heben kann. Offiziell machte Wulff gute Miene zum - aus seiner Sicht - bösen Spiel: "Martin Winterkorn wird ein hervorragender Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG sein, er hat das bei Audi unter Beweis gestellt", sagte er am Mittwoch in Hannover.

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