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Automobile : Kleiner Lichtblick bei Volkswagen

  • Aktualisiert am

Überfällig: der neue VW Jetta in Amerika Bild: dpa/dpaweb

VW erreicht zwar sein reduziertes Gewinnziel, doch auch für 2005 erwartet der Konzern keine Verbesserung der Automobilkonjunktur. Daher muß weiter gespart werden - konkrete Pläne gibt es schon.

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          Der Volkswagen-Konzern hat die im Sommer nach unten korrigierte Gewinnprognose für 2004 erreicht. Dies hat VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder jetzt indirekt bestätigt: „Wenn es Anlaß gegeben hätte, die Prognose zu revidieren, dann hätten wir eine Gewinnwarnung herausgegeben“, sagte Pischetsrieder nach Angaben der Nachrichtenagentur Dow Jones auf der Los Angeles Auto Show.

          VW hatte zuletzt in Aussicht gestellt, 2004 ein operatives Ergebnis von 1,9 (Vorjahr: 2,5) Milliarden Euro vor Sondereinflüssen und von 1,5 (1,8) Milliarden Euro nach Sondereffekten zu erzielen. An der Börse kamen die Worte des VW-Chefs gut an: In einer ersten Reaktion kletterte die VW-Stammaktie um 2,5 Prozent auf 35,72 Euro. Dabei dürfte allerdings auch die abermalige Abschwächung des Euro eine Rolle gespielt haben.

          Keine signifikante Änderung

          Pischetsrieder bestätigte, daß der VW-Konzern (also einschließlich Audi, Skoda und Seat) im vergangenen Jahr etwas mehr als 5 Millionen Fahrzeuge abgesetzt und damit den Vorjahreswert von 5,015 Millionen Einheiten nur leicht übertroffen hat. Ursprünglich wollte VW 5,3 Millionen Autos und Nutzfahrzeuge verkaufen (F.A.Z. vom 15. Dezember). Pischetsrieder erwartet auch 2005 keine durchgreifende Verbesserung der Automobilkonjunktur: Er gehe davon aus, daß es weltweit keine signifikante Änderung in den großen Absatzmärkten wie Amerika und China geben werde. „Wir glauben aber, daß wir Weltmarktanteile gewinnen können“, sagte Pischetsrieder. Derzeit beläuft sich dieser Anteil auf weniger als 10 Prozent.

          Zurückhaltender will Volkswagen künftig mit Rabatten auf dem nordamerikanischen Markt umgehen. „Ich glaube nicht, daß man mit zusätzlichen Rabatten noch Kunden hinter dem Ofen hervorlocken kann“, sagte er. VW habe im vergangenen Jahr in den Vereinigten Staaten einen durchschnittlichen Preisnachlaß von 2500 Dollar je Fahrzeug gewährt. 2005 sollten die Kaufanreize nicht mehr als die Hälfte des Industriedurchschnitts, den Pischetsrieder für 2004 auf 4500 Dollar bezifferte, betragen.

          China als größte Aufgaben

          Die größten Aufgaben sieht Pischetsrieder 2005 allerdings nicht auf dem amerikanischen Markt, wo VW 2004 voraussichtlich einen Verlust von 1 Milliarde Euro einfährt, sondern in China: In den vergangenen zwei Jahren hätten vier von fünf Auto-Käufern in China erstmals überhaupt ein Fahrzeug erworben. Die Struktur der Nachfrage und damit die Frage, welche Fahrzeuge überhaupt von den Kunden gefordert werden, könnten sich daher „in ein paar Jahren völlig ändern“.

          Die geplante Übernahme des britischen Autobauers Rover durch den VW-Joint-venture-Partner SAIC werfe Probleme auf. Denn dies erfordere von SAIC eine „Menge sowohl menschlicher als auch finanzieller Ressourcen“, obwohl es im Gemeinschaftsunternehmen mit VW in Schanghai nicht gerade eine „Überzahl von überqualifizierten Leuten auf der chinesischen Seite“ gebe.

          Weitere Kostensenkungen

          Innerhalb des VW-Konzerns sieht Pischetsrieder über die bereits eingeleiteten Effizienzsteigerungsmaßnahmen hinaus großes Potential für weitere Kostensenkungen. Nach dem Programm „ForMotion“, über das allein 2005 mehr als 3 Milliarden Euro eingespart werden sollen, wolle VW vorrangig bei den Arbeitsprozessen Kosten verringern. Mögliche Einsparungen in Milliardenhöhe seien im „ForMotion“-Programm zum Großteil nicht enthalten, da sich diese teilweise erst in einigen Jahren auswirkten.

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