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Automobile : IG-Metall-Chef warnt vor Opel-Werksschließungen

  • Aktualisiert am

Unsichere Aussichten bei Opel Bild: REUTERS

Nach dem Abgang von Opel-Chef Stracke warnt IG-Metall-Chef Huber die Konzernmutter General Motors vor Vertragsbrüchen gegenüber den Arbeitnehmern. Opel-Interimschef Stephen Girsky dringt dagegen in einer E-Mail an alle Mitarbeiter auf Strategieänderungen.

          Nach dem überraschenden Abgang von Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke hat IG-Metall-Chef Berthold Huber die Konzernmutter General Motors vor Vertragsbrüchen gewarnt. „Wir gehen davon aus, dass GM die Verträge einhält“, sagte Huber der „Süddeutschen Zeitung“. Die Garantien für die Werke und die Arbeitsplätze müssten bis Ende 2016 weiter gelten. „Wir geben keinen einzigen Standort preis“. Die IG Metall sei „knallhart“, sagte Huber. „Wer Opel aufgeben wollte, muss wissen: Das wären die teuersten Werksschließungen, die ein Konzern jemals in Deutschland versucht hätte. Das würde Unsummen kosten“, warnte er.

          Am Donnerstag hatte Opel-Chef Stracke mitten im Überlebenskampf des Autobauers überraschend seinen Hut nehmen müssen. Arbeitnehmer und Experten befürchten nun eine vom Mutterkonzern General Motors verordnete Rosskur für die Rüsselsheimer Traditionsmarke. Opel leidet wie andere Massenhersteller unter der Absatzkrise in Europa.

          Kampfbereit: der Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber

          Das Konzernmanagement müsse nun vor allem verhindern, dass die Marktanteile von Opel weiter sinken. „Wir brauchen einen entschlossenen Vorstand, der die Probleme anpackt, der Visionen hat und Opel nach vorne bringt, gemeinsam mit der Belegschaft. Wir brauchen jemanden, der die Beschäftigten einbezieht. Manager, die mit frischen Ideen für eine Aufbruchstimmung sorgen“, sagte IG-Metall-Chef Huber.

          Opel-Interimschef Stephen Girsky forderte in einer E-Mail an alle Konzern-Mitarbeiter zusätzliche Anstrengungen der Beschäftigten. Laut „Bild“-Zeitung betonte Girsky in dem Schreiben, dass der eingeschlagene Sanierungskurs auf jeden Fall fortgeführt wird: „Ich möchte Ihnen versichern, dass wir unsere dringenden Arbeiten zur Wiederherstellung einer nachhaltigen Profitabilität bei Opel/Vauxhall und GM in Europa ohne Unterbrechung fortsetzen werden“, hieß es demnach in der E-Mail. Aber er deutete darin auch einen Strategiewechsel an: „Unser erfolgreiche Revitalisierung erfordert von uns allen die Bereitschaft, das Geschäft anders zu machen als bisher und dabei schnell zu handeln“, wurde aus Girsky Mail an die Mitarbeiter zitiert: „Jeder einzelne von uns ist verantwortlich für die Ergebnisse.“

          Nach Medieninformationen wird der Opel-Aufsichtsrat am Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um die kurzfristige Nachfolge des bisherigen Opel-Vorstandsvorsitzenden Karl Friedrich Stracke zu beschließen. Aussichtsreicher Anwärter für den Posten sei der bisherige Strategie-Vorstand Thomas Sedran.


           

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