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Automobile : Ford und Fiat einig über Kleinwagen-Allianz

  • Aktualisiert am

Ford Europe ist der neue industrielle Partner des Turiner Fiat-Konzerns. Die beiden Autobauer wollen zusammen Kleinwagen entwickeln, wie der italienische Konzern am Freitag mitteilte.

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          Der italienische Autobauer Fiathat sich mit dem amerikanischen Konkurrenten Ford auf die Entwicklung eines Kleinwagenmodells verständigt.

          Auf einer gemeinsamen Plattform soll ein Nachfolger für den legendären Fiat 500 und das Modell Ka von Ford entstehen, teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag mit. Im Design sollen sich die beiden Fahrzeuge jedoch deutlich voneinander unterscheiden. Durch die Zusammenarbeit sparen beide Unternehmen Entwicklungs- und Materialkosten und können so ihre Wettbewerbsfähigkeit im hart umkämpften Kleinwagensegment steigern.

          Am Donnerstag war bereits aus Branchenkreisen durchgesickert, daß eine Einigung bevorstehe. Fiat-Vorstandschef Sergio Marchionne hatte schon bei der Präsentation des neuen Modells Punto am Dienstag in Turin ein Gemeinschaftsprojekt mit anderen Autobauern noch für dieses Jahr angekündigt. Gebaut werden soll das Auto in Polen, wo bislang das Schwestermodell Fiat Panda vom Band läuft. Die Zeitung „La Repubblica“ berichtet, die Produktion des italienischen Kleinstwagens Trepiuno - Nachfolger des legendären „Cinquecento“ - 2007 beginnen, der Start für den neuen Ford Ka sei für 2008 vorgesehen.

          Fiat hatte sich unlängst von seinem Partner General Motors getrennt. Mit einem Jahresabsatz von rund zwei Millionen Autos auf Rang zehn in der Welt, ist Fiat auf Kooperationen angewiesen, um nach den Verlusten vergangener Jahre in die Gewinnzone zurückzukehren.

          Gemeinsame Transporter mit Peugeot

          Fiat arbeitet bereits mit dem französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroen beim Bau von Transportern zusammen. Eine Kooperation auch bei der Entwicklung von Kleinwagen macht Experten zufolge Sinn, um die Kosten zu senken. Dies wird im hart umkämpften Markt immer wichtiger, um überhaupt Geld verdienen zu können. Die Rabattschlacht hat in Europa inzwischen ebenso ruinöse Züge wie in den USA angenommen. Gleichzeitig werden verbrauchsarme Kleinwagen wegen der hohen Benzinpreise attraktiver.

          Der japanische Autobauer Toyota und sein französischer Konkurrent Peugeot Citroen bauen im tschechischen Kolin die Kleinwagen Toyota Aygo, Peugeot 107 und Citroen C1. Die Stadtwagen können besonders günstig angeboten werden, weil sie eine einheitliche Plattform nutzen und die Löhne in Tschechien niedrig sind. Europas Markführer Volkswagen bedient das Kleinwagensegment mit dem Fox aus brasilianischer Produktion.

          Mit dem „Grande Punto“ sei das seit Jahren angeschlagene Turiner Traditionshaus jetzt an einem Wendpunkt angekommen, sagte der bei Fiat Auto für das Marken-Marketing zuständige Lapo Elkann, ein Enkel von Fiat-Patriarch Gianni Agnelli. „Das Auto gibt uns die Möglichkeit, die Marktrolle, die wir verdienen, zurückzuerobern. Mit dem neuen Punto schlagen wir die Franzosen, die Briten, die Deutschen“, hieß es. Der Konzern plant, allein im ersten Jahr 350.000 bis 400.000 neue Puntos zu verkaufen - und damit allein ein Vierteldes gesamten Umsatzes von Fiat Auto abzudecken. Fiat hatte drei Jahre lang an dem neuen Modell gearbeitet und rund 1,8 Milliarden Euro in den Hoffnungsträger investiert.

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