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Automobile : Einigung bei VW in Brasilien

  • Aktualisiert am

Der Streik konnte den Stellenabbau nicht verhindern Bild: dpa

Volkswagen wird in seinem Werk in Brasilien 3600 Stellen abbauen. Darauf hat sich der Konzern mit der Gewerkschaft geeinigt. Anders als ursprünglich geplant, sollen nun Abfindungen gezahlt werden, die über das gesetzliche Minimum hinausgehen.

          Volkswagen hat in dem Tarifkonflikt um geplante Entlassungen in Brasilien eine Einigung mit der Gewerkschaft erzielt. Vereinbart wurde ein Plan für den Abbau von 3600 Stellen im Werk Anchieta bei São Paulo bis Ende 2008, wie der Vizechef der Metallergewerkschaft ABC, Francisco Duarte de Lima mitteilte.

          Demnach sollen diejenigen Beschäftigten, die den Betrieb bis zum 21. November verlassen, als Abfindung für jedes bei Volkswagen geleistete Arbeitsjahr 1,4 Monatslöhne bekommen. Diejenigen, die zwischen dem 22. November und dem 31. Januar 2007 ausscheiden, sollen einen Monatslohn pro Arbeitsjahr erhalten.

          Volkswagen hofft auf freiwillige Rücktritte

          Volkswagen hofft, daß auf dieser Grundlage in den kommenden fünf Monaten etwa 1300 Beschäftigte freiwillig ausscheiden. Die übrigen 2300 könnten in weiteren Etappen folgen. Die rund 12.000 Beschäftigten des Werkes Anchieta waren am 30. August aus Protest gegen die angekündigte Entlassung von 1800 Kollegen in den Streik getreten.

          Nach der Zusicherung von Verhandlungen zwischen Firmenleitung und Gewerkschaft nahmen sie die Arbeit fünf Tage später wieder auf. Vor dem Arbeitskampf hatte Volkswagen gedroht, daß bei einem Scheitern der Verhandlungen die entlassenen Arbeiter nur das gesetzliche Minimum an Abfindungen erhalten sollten.

          Außerdem hatte das Management sogar mit der Schließung der Fabrik Anchieta in São Bernardo do Campo gedroht. Sie ist das älteste und größte von fünf VW-Werken in Brasilien.

          Schon vor drei Jahren 4000 Jobs gestrichen

          VW unterhält in Brasilien fünf Werke mit rund 22.000 Mitarbeitern. VW und andere Autobauer in Brasilien leiden unter dem starken Anstieg der brasilianischen Landeswährung Real gegenüber dem Dollar, was die Exportchancen schmälert.

          Schon vor drei Jahren hatte VW in Brasilien 4000 Jobs gestrichen, weil der Konzern sich in der Kapazitätsplanung verschätzt hatte. Damals mußte VW eine dreistellige Millionensumme für den Personalabbau aufbringen.

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