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Autokrise : Daimler-Chefs bekommen nur noch halbes Gehalt

  • Aktualisiert am

Selbst Dieter Zetsche muss den Gürtel enger schnallen Bild: AP

Bei Daimler ist die Krise in der Vorstandsetage angekommen: Dieter Zetsche und seine Kollegen bekommen nur noch rund die Hälfte ihres Gehalts, wie der Geschäftsbericht für 2008 zeigt. Der liest sich insgesamt düster. Daimler baut Stellen ab und rechnet frühestens 2010 mit Besserung - wenn überhaupt.

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          Die Vorstände der Daimler AG haben die schwächere Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr auch auf dem eigenen Konto zu spüren bekommen. Das Gehalt der Manager hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 30,2 Millionen Euro auf 16,6 Millionen Euro fast halbiert, wie aus dem am Freitag vorgelegten Geschäftsbericht des Stuttgarter Automobilkonzerns hervorgeht. Grund seien vor allem geringere Bonuszahlungen.

          Der Vorstandsvorsitzende, Dieter Zetsche, erhielt 4,8 Millionen Euro Jahresgehalt, gut 1 Million Euro weniger als im Vorjahr. Daimlers Gewinn war im vergangenen Jahr auch durch die Belastungen der finanzschwachen ehemaligen amerikanischen Tochter Chrysler um knapp zwei Drittel auf 1,7 Milliarden Euro zusammengeschrumpft. Im Schlussquartal war der Konzern sogar in die roten Zahlen gerutscht.

          Arbeitsplätze sollen abgebaut werden

          Daimler will nun bis zum Jahresende die Zahl der Arbeitsplätze reduzieren. Wegen der Drosselung der Produktion als Reaktion auf die massive Absatzkrise gehe das Unternehmen davon aus, „dass die Zahl der Beschäftigten gegenüber dem Stand zum Jahresende 2008 abnehmen wird“, heißt weiter in dem Geschäftsbericht.

          Wie viel weniger Beschäftigte dann für Daimler arbeiten werden, wollte eine Sprecherin nicht sagen. „Es gibt kein aktives Programm zur Reduzierung der Mitarbeiterzahl“, sagte sie. „Wir werden aber die natürliche Fluktuation nutzen.“ Insgesamt zählte Daimler im vergangenen Jahr 273.216 Beschäftigte (2007: 272.382). Davon arbeiteten 167.753 (2007: 166.679) in Deutschland.

          Licht am Ende des Tunnels frühestens 2010

          Nach einem düsteren Jahr 2009 sieht der Autohersteller erst 2010 wieder Licht am Ende des Tunnels und rechnet im kommenden Jahr wieder mit etwas besseren Absatzzahlen, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Nach Daimlers Einschätzung dürfte die weltweite Nachfrage nach Neuwagen in diesem Jahr im Vergleich zum schwachen Vorjahr um mindestens 10 Prozent sinken, wie schon vorab auf der Bilanzpressekonferenz bekannt gegeben worden war (siehe dazu auch: Mercedes-Benz rutscht in die roten Zahlen). Auch für die Nutzfahrzeugmärkte rechnen die Stuttgarter mit heftigen Einbrüchen.

          Analog zu den Verkaufszahlen dürften sich laut Daimler auch Umsatz und Ergebnis entwickeln. Die Einnahmen würden voraussichtlich „in allen automobilen Geschäftsfeldern unter dem Vorjahresniveau liegen“, erklärte der Konzern. Der Umsatzeinbruch im laufenden Jahr dürfte auch den Gewinn belasten. „Für das Jahr 2010 rechnen wir dann wieder zumindest mit einem leichten Wachstum des Geschäftsvolumens, sofern die erwartete Belebung der Automobilmärkte eintritt.“

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