https://www.faz.net/-gqe-11m96

Autokrise : BMW schickt 26.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit

  • Aktualisiert am

Vor allem Modelle der 3er- und 5er-Reihe werden weniger gebaut Bild: AP

Nun schickt auch BMW seine Beschäftigten tageweise nach Hause. Im Februar und März werden rund 38.000 Fahrzeuge weniger gebaut als ursprünglich geplant. An vier deutschen Standorten plant das Unternehmen mit Kurzarbeit.

          2 Min.

          Die anhaltende Absatzkrise zwingt den Autobauer BMW in die Kurzarbeit. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, soll nach einer mehrwöchigen Produktionspause in den Weihnachtsferien in den kommenden Wochen rund ein Viertel aller Mitarbeiter weniger arbeiten. Geplant sei, im Februar und März an vier deutschen Standorten insgesamt 38.000 Fahrzeuge weniger zu bauen als ursprünglich geplant, sagte der neue Personalvorstand Harald Krüger. Weitere Stellenstreichungen wie im vergangenen Jahr sind nicht geplant.

          Eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat über Kurzarbeit sei unter Dach und Fach, sagte Krüger. „Wir haben jetzt eine grundsätzliche Vereinbarung, Kurzarbeit an ausgewählten Tagen zu fahren. Wir reden aber nur über einzelne Tage und Schichten, die ausfallen.“ Wie viel dies jeweils an den einzelnen Standorten seien, sei momentan noch nicht entschieden.

          Vor allem Dingolfing betroffen

          Betroffen sind die BMW-Werke Dingolfing, Regensburg, Landshut und Berlin. So sollen in Dingolfing 15.000 von rund 20.000 Mitarbeitern in Kurzarbeit gehen. In Regensburg sind 8000 von 9500 Stellen betroffen, in Landshut 2700 von 3500. In Berlin ist geplant, 190 Mitarbeiter in der Bremsscheibenfertigung weniger arbeiten zu lassen. Die Motorradproduktion in der Hauptstadt ist nicht betroffen. Keine Kürzungen soll es im Werk München, in Leipzig und an den ausländischen Standorten wie etwa in Spartanburg in den Vereinigten Staaten geben.

          Weniger gebaut werden sollen vor allem Modelle der 3er- und 5er- Baureihe, die im vergangenen Jahr teils drastische Absatzeinbußen hatten. „Die Marktsituation hat sich im vierten Quartal noch einmal verschärft, besonders auf wichtigen Märkten wie den USA oder Japan“, sagte Krüger.

          Ab April soll Produktion wieder normal laufen

          Die Auswirkungen für die Beschäftigen sollen sich aber in Grenzen halten. Laut BMW ist vorgesehen, ihnen in mindestens 93 Prozent ihres durchschnittlichen Nettoeinkommens zu zahlen, selbst wenn die Arbeitszeit unter dieses Niveau sinkt. Außerdem soll die Produktion nach derzeitigem Stand der Planungen ab April wieder normal laufen.

          Zur Höhe der Einsparungen bei BMW machte Krüger noch keine Angaben. „Das werden wir in den nächsten vier bis sechs Wochen klären. Momentan ist das noch nicht zu beziffern.“ Weitere Stellenstreichungen wie im vergangenen Jahr seien nicht geplant. „Es wäre sehr kurzfristig gedacht, uns von den Mitarbeitern, die wir für künftiges Wachstum brauchen, zu trennen.“

          Sollte die Nachfrage im Frühjahr wider Erwarten nicht anspringen, stünden BMW durchaus noch weitere Mittel zur Verfügung, um die Produktion ohne Stellenstreichungen anzupassen, sagte Krüger. „Unsere Arbeitszeitkonten sind unterschiedlich gefüllt, aber wir haben da noch Spielraum.“ Außerdem liege die natürlichen Fluktuation pro Jahr bei 1000 bis 2000 Stellen. Ultima ratio bleibe eine Fortsetzung oder gar Ausweitung der Kurzarbeit. „Wir gehen aber nach momentanem Stand der Dinge davon aus, dass wir diese Optionen nicht ziehen müssen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Erfolgreich im Beruf : Verborgene Helden

          Mit Karriere verbinden wir Geld, Aufstieg und Ruhm. Erfolg und Erfüllung gibt es aber auch hinter den Kulissen. Fünf Beispiele für ein erfülltes Berufsleben.

          Parteitag in Berlin : Die Wende der SPD

          Der Parteitag in Berlin ist ein historischer Bruch für die SPD. Sie verabschiedet sich endgültig von der „neoliberalen“ Schröder-Ära durch ein Programm für einen „neuen Sozialstaat“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.