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Riesiger Autokonzern entsteht : Fiat-Chrysler und PSA einigen sich auf Fusion

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Er soll den neuen Autokonzern leiten: Der bisherige PSA-Chef Carlos Tavares. Bild: Frank Röth

Die beiden Autokonzerne Fiat-Chrysler und PSA, zu dem unter anderem die Marken Opel, Peugeot und Citroen gehören, haben sich auf eine Fusion geeinigt. Das gaben die Konzerne am Donnerstagmorgen bekannt.

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          Die beiden Autokonzerne Fiat Chrysler und PSA, zu dem unter anderem die Marken Opel, Peugeot und Citroen gehören, haben sich auf eine Fusion geeinigt. Das gaben die Konzerne am Donnerstagmorgen bekannt. In den nächsten Wochen wollen die Konzerne eine bindende Absichtserklärung über den Zusammenschluss erarbeiten.

          Am Mittwoch hatte der PSA-Konzern in Rueil-Malmaison nahe Paris, mit Fiat-Chrysler „in laufenden Diskussionen zu stehen, durch die eine der größten Automobilgruppen der Welt entstehen soll“. Nach Angaben der Konzerne wird es sich um den viertgrößten Autokonzern der Welt handeln mit einem Absatz von insgesamt 8,7 Millionen Autos, einem Umsatz von fast 170 Milliarden und einem Gewinn von 11 Milliarden Euro.

          Die Unternehmen hoffen zudem auf Synergien in Höhe von 3,7 Milliarden Euro im Jahr. 80 Prozent davon sollen in den ersten 4 Jahren verwirklicht werden. Die Kosten dafür sollen sich den Plänen zufolge auf 2,8 Milliarden Euro belaufen. Die beiden Fusionspartner wollen dabei auf Werksschließungen verzichten.

          Le Maire freut sich sehr

          Wenn der Zusammenschluss zustande kommt, setzt sich die Konsolidierung in der Autoindustrie fort. Die Suche nach klimafreundlichen Antrieben und die Digitalisierung erfordern in den Augen der Hersteller hohe Investitionen, die alleine nicht mehr zu stemmen sind.

          Frankreich, mit 12,23 Prozent der Anteile und 9,75 Prozent der Stimmrechte einer der größten PSA-Aktionäre, begrüßte die Pläne. Der mächtige Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sagte am Donnerstag in Paris, die Konzerne reagierte damit auf die „Notwendigkeit für die Autobranche, sich zu konsolidieren“. „Frankreich muss stolz sein auf seine Autoindustrie, die ihre Fähigkeit zur Forschung und zur technischen Erneuerung unter Beweis gestellt hat(...)“, so Le Maire.

          Die operative Führung soll laut einer Mitteilung in die Hand des PSA-Vorstandsvorsitzenden Carlos Tavares kommen, der für zunächst fünf Jahre amtieren soll, während der aus der italienischen Agnelli-Familie stammende Präsident von Fiat-Chrysler, John Elkann, zum Präsidenten und Verwaltungsratsvorsitzenden ernannt werden soll.

          Dem Führungsgremium des neuen Konzerns sollen insgesamt 11 Mitglieder angehören. 5 davon kommen von Fiat-Chrysler, PSA wird 6 Mitglieder stellen, darunter der neue Chef Tavares,

          Am Mittwochnachmittag hatte der PSA-Verwaltungsrat den Fusionsplänen zugestimmt. Die Fusion würde den viertgrößten Autohersteller der Welt nach VW, Toyota und der Allianz aus Renault-Nissan-Mitsubishi entstehen lassen.

          Den amerikanischen Markt erobern

          Vor fünf Monaten noch waren Fusionspläne von Renault und Fiat-Chrysler gescheitert. Wie zuvor für Renault besteht auch für PSA der Reiz einer Fusion mit Fiat-Chrysler darin, ein Händlernetz in den Vereinigten Staaten und die Geländewagenmarke Jeep zu erhalten. Tavares hat oft von seinem Traum gesprochen, den Markt in den Vereinigten Staaten zu erobern. Das europäische Geschäft von Fiat-Chrysler ist dagegen in den vergangenen Jahren kräftig geschrumpft. Gerade deswegen gibt es nicht mehr so viele Überschneidungen in der Modellpalette zwischen Peugeot-Citroën und Fiat.

          An der Börse hatte am Mittwoch vor allem der Fiat-Kurs profitiert; bis zum Nachmittag stieg er um gut 9 Prozent, während PSA-Papiere knapp 4 Prozent gewannen. Die Unternehmen soll eine Fusion unter Gleichen werden. Die Unternehmen sprechen von einem 50/50-Merger, denn die Börsenbewertung ist ähnlich: Für PSA in Paris zuletzt rund 23 Milliarden Euro, für Fiat in Mailand knapp 20 Milliarden Euro.

          Laut der Mitteilung der Konzerne sollen die Fiat-Chrysler-Aktionäre vor der Fusion eine Dividende von 5,5 Milliarden Euro erhalten und Anteile an dem Tochterunternehmen Comau, die Peugeot-Aktionäre würden Anteile an der Tochtergesellschaft Faurecia erhalten. So sollen die Aktionäre beider Unternehmen gleichmäßig profitieren.

          Die Gewichte der Aktionäre auszutarieren, gestaltet sich aufgrund der Eigentümerstruktur schwierig. Fiat-Chrysler ist zu 29 Prozent im Besitz der Agnelli-Finanzholding Exor. PSA gehört zu jeweils 12,2 Prozent der Familie Peugeot, der staatlichen französischen Investitionsbank BPI und dem chinesischen Autohersteller Dongfeng.

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