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Autoindustrie : Volkswagen erwartet nach Rekordabsatz schwieriges neues Jahr

  • Aktualisiert am

Im riesigen Autoturm am Volkswagenstammsitz Wolfsburg. Bild: dpa

Nach BMW und Audi meldet auch Volkswagen einen Absatzrekord. Das neue Jahr wird aber schwieriger werden, kündigen die Wolfsburger schon mal an.

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          Der Automobilhersteller Volkswagen hat dank guter Geschäfte in den Vereinigen Staaten, China und Russland im vergangenen Jahr erfolgreich der Krise in der europäischen Autoindustrie getrotzt. Mit seiner Kernmarke erzielte er gar einen Rekordabsatz. Angesichts der andauernd schwachen Nachfrage in Südeuropa warnte der Vorstand nun abermals davor, in diesem Jahr zu viel zu erwarten. „2013 wird ein sehr anspruchsvolles Jahr, das uns mit neuen und schwierigen Herausforderungen begegnen wird“, erklärte Konzernvertriebsvorstand Christian Klingler. „Aber wir sind gut vorbereitet.“

          Auch der Schlussmonat des vergangenen Jahres verlief für Volkswagen so gut wie nie zuvor. Der Hersteller lieferte im Dezember 517.900 Fahrzeuge aus - das entspricht einem Plus von 30,6 Prozent zum Vorjahresmonat. Von Januar bis Dezember verkauften die Niedersachsen 5,74 Millionen Volkswagen, was einem Zuwachs von 12,7 Prozent entspricht. Besonders stark entwickelten sich die Märkte in Asien und Amerika. „Unser neuer Golf ist hervorragend gestartet und hat die Wettbewerbsposition von Volkswagen deutlich gestärkt“, sagte Klingler. Deutlich wachsen konnte Volkswagen in Russland (plus 39,6 Prozent), China (plus 24,8 Prozent) und den Vereinigten Staaten  (plus 35,1 Prozent). In Westeuropa sanken die Verkaufszahlen jedoch um 6,9 Prozent, in Deutschland um 1,2 Prozent. Am Donnerstag hatten bereits die beiden auf das Premiumsegment spezialisierten Automobilhersteller BMW und Audi Absatzrekorde vermeldet.

          Europas Automarkt bleibt schwach

          Der europäische Automarkt insgesamt ächzt schon länger unter magerer Nachfrage, weil wegen Finanzkrise und Arbeitslosigkeit vielen Konsumenten schlicht das Geld für neue Autos fehlt. Bislang schlagen sich die Wolfsburger besser als die Konkurrenz, von deren Schwäche der Konzern profitiert. Inzwischen stammt jedes vierte in der EU verkaufte Auto aus dem Volkswagen-Konzern.

          Die Misere auf dem europäischen Automarkt wiederum geht auch an den deutschen Autobauern Audi, BMW und Mercedes nicht spurlos vorüber. Doch sie können sich derzeit ebenfalls noch auf zahlungskräftige Kundschaft für ihre Limousinen und Geländewagen in den beiden weltgrößten Pkw-Märkten China und Amerika verlassen. Im vergangenen Jahr schafften alle drei Luxushersteller Verkaufsrekorde.

          Platzhirsch BMW setzte 1,54 Millionen Fahrzeuge seiner Kernmarke ab, das sind zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor - und mehr als die 1,46 Millionen verkauften Wagen der Ingolstädter Volkswagen-Tochtergesellschaft Audi (plus 11,7 Prozent) und die 1,32 Millionen (plus 4,7 Prozent) von Daimlers Top-Marke Mercedes. Auch für 2013 stellten die drei Konkurrenten weitere Rekorde in Aussicht.

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