https://www.faz.net/-gqe-t2kj

Autoindustrie : Renault zu Diskussion mit GM über Allianz bereit

  • Aktualisiert am

Warten auf ein Zeichen aus Detroit: die Konzernzentrale von General Motors Bild: AP

Auf dem weltweiten Automarkt bahnt sich eine grundlegende Änderung der Machtverhältnisse an: Renault und Nissan erwägen eine Allianz mit dem schwer angeschlagenen Opel-Mutterkonzern General Motors.

          2 Min.

          Auf dem weltweiten Automarkt bahnt sich eine grundlegende Änderung der Machtverhältnisse an. Der französische Hersteller Renault und sein japanischer Partner Nissan erwägen eine Allianz mit dem schwer angeschlagenen Opel-Mutterkonzern General Motors. Die Führungen von Renault und Nissan sprachen sich am Montag für Gespräche über eine mögliche Allianz mit GM aus unter der Bedingung, daß der US-Konzern dem Vorschlag seines Großaktionärs Kirk Kerkorian zustimmt, der Nissan-Renault-Allianz beizutreten.

          Auf einer Vorstandssitzung von Renault am Montag sollte es darum gehen, ob Renault und sein Partner Nissan einen Anteil an GM übernehmen, wie der französische Finanzminister Thierry Breton im Radiosender Europe-1 sagte. Er habe sich am Wochenende mehrmals mit Renault-Chef Carlos Ghosn getroffen, um über das mögliche Bündnis zu sprechen. Die französische Regierung hält 15 Prozent Anteile an Renault.

          Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo hatte zuvor berichtet, Renault und Nissan wollten bis zu 20 Prozent der im Umlauf befindlichen GM-Aktien kaufen. GM-Großaktionär Kirk Kerkorian dringt darauf, daß sich GM der Nissan-Renault-Allianz anschließt. Renault hält einen 44-prozentigen Anteil am japanischen Autobauer Nissan, der umgekehrt zu 15 Prozent an dem französischen Konzern beteiligt ist. Ein Verbund der drei Autokonzerne würde über einen Marktanteil von nahezu 25 Prozent verfügen und damit Toyota auf Rang zwei verweisen.

          Kooperation könnte Opel nützen

          Bei GM Europa hieß es am Montag, eine Kooperation mit Renault könne dem deutschen Autobauer Opel durchaus nutzen. In Unternehmenskreisen wurde auf die frühere Kooperation von GM und Fiat verwiesen. Diese sei zwar letztlich an den internen Problemen von Fiat gescheitert, habe Opel aber vor allem bei der Entwicklung und beim Bau von Dieselmotoren enorm voran gebracht. Ähnlich könne auch eine strategische Allianz mit Renault und Nissan wirken.

          Bei Opel in Rüsselsheim wurde darauf verwiesen, daß General Motors und Renault bereits seit 1996 bei der Entwicklung und beim Bau von leichten Nutzfahrzeugen kooperieren. 2002 sei diese Kooperation auch auf Nissan ausgedehnt worden. Gerade bei der künftigen Entwicklung neuer Fahrzeuge und Antriebskonzepte könne eine Kooperation mit einem finanzstarken Partner wie Renault von Nutzen sein. Nissan, Opel und Renault bieten in Europa leichte bis mittelschwere Transporter an, die weitgehend baugleich sind.

          Renault war bislang für die Entwicklung verantwortlich, General Motors vor allem für die Fertigung. So werden die baugleichen Modelle Opel Vivaro und Renault Trafic in einem GM-Werk im englischen Luton und seit 2002 in einem Nissan-Werk im spanischen Barcelona gebaut. Den größeren Renault Master baut der französische Hersteller auch unter dem Markennamen Opel Movano in seinem Werk in Batilly. Alle drei Werke fertigten im vergangenen Jahr insgesamt rund 265.000 Transporter.

          Der größte Autobauer der USA war im vergangenen Jahr in eine schwere Finanzkrise geraten, zeitweise hatten sogar Gerüchte über eine bevorstehende Insolvenz die Runde gemacht. GM zog die Notbremse und kündigte an, rund 30.000 Arbeitsplätze streichen und zwölf Werke bis 2008 schließen zu wollen.

          Weitere Themen

          Warum nachhaltiges Investieren so schwer ist Video-Seite öffnen

          Greenwashing : Warum nachhaltiges Investieren so schwer ist

          Grüne Investitionen erobern die Finanzmärkte. Mehr als 300 Milliarden Dollar flossen 2020 in „nachhaltige“ Anlagen und brachen damit den Rekord des Vorjahres. Doch wirklich "grün" zu investieren, ist schwieriger als es klingt.

          Heil verlängert Kurzarbeit

          Corona-Krise : Heil verlängert Kurzarbeit

          Der Arbeitsminister will die Corona-Sonderregeln bis zum Jahresende verlängern. Unternehmen können dann weiterhin die Sozialversicherungsbeiträge für Kurzarbeiter in voller Höhe erstattet bekommen.

          Topmeldungen

          Ministerpräsident Netanjahu am Donnerstag mit israelischen Grenzpolizisten in Lod

          Profiteur der Gaza-Eskalation : Netanjahus politische Rückkehr

          Netanjahu war wegen des Korruptionsprozesses und mehrfach gescheiterter Koalitionsbildungen politisch in Bedrängnis. Dass der Gaza-Konflikt jetzt wieder eskaliert ist, kommt dem israelischen Ministerpräsidenten zugute.

          Elektroautos : Star schicker Vorstädte

          Wer kauft und fährt ein Elektroauto? Es dient oft als Zweit- oder Drittauto. Und es sucht und findet Anschluss in den wohlhabenderen Gegenden Deutschlands.
          Impflinge haben nach ihrer Impfung gegen Corona ein Pflaster auf dem Oberarm.

          Inzidenz und Impfrekord : Ist das der Anfang vom Ende der Pandemie?

          Die Inzidenz sinkt bundesweit unter 100, die Zahl der Impfungen erreicht einen Rekordwert. Das stimmt selbst den Gesundheitsminister optimistisch. Doch Fachleute blicken schon auf eine weitere Variante des Virus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.