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Autoindustrie : General Motors ringt um Milliarden-Hilfen

  • Aktualisiert am

Düstere Aussichten im General Motors-Hauptquartier in Detroit Bild: AP

Erst vor wenigen Tagen hat der Opel-Mutterkonzern General Motors vor einer möglichen Insolvenz gewarnt. Einflußreiche Mitglieder des GM-Verwaltungsrates wollen jetzt in Washington Druck machen. Nach Einschätzung von Analysten braucht GM rund 15 Milliarden Dollar.

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          Der schwer angeschlagene Opel-Mutterkonzern General Motors ringt in den Vereinigten Staaten um dringend benötigte Milliarden-Hilfen. Noch am Wochenende wollen einflussreiche Mitglieder des GM-Verwaltungsrates in Washington Druck machen, wie das „Wall Street Journal“ am Samstag berichtete. Sie wollten im amerikanischen Kongress, im Weißen Haus und bei Vertretern des künftigen Präsidenten Barack Obama die Dringlichkeit der Lage vor Augen führen. General Motors hatte vor einigen Tagen vor einer möglichen Insolvenz gewarnt.

          Opel ersuchte Bund und Bundesländer unterdessen um eine Bürgschaft, angeblich in Milliardenhöhe. Offiziell heißt es, Opel wolle damit für den Fall einer GM-Insolvenz vorsorgen.General Motors hat laut einem Zeitungsbericht einen Beitrag von einer Milliarde Euro für seine deutsche Tochter in Aussicht gestellt. Die amerikanische Konzernmutter, deren drohende Insolvenz Opel erst unter Druck gebracht hatte, wolle der Tochter Vermögenswerte in Europa als Sicherheiten für Kredite überlassen. Geld solle nicht fließen, schreibt die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Berliner Regierungskreise.

          Politiker im GM-Verwaltungsrat

          Die Hilfen für die notleidenden amerikanischen Autobauer drohen in politischen Grabenkämpfen zerrieben zu werden. Die Demokraten im Kongress sind dafür, den Autoherstellern den Zugang zum 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket für die Finanzbranche zu öffnen. Die Republikaner setzen dagegen auf das bereits gebilligte Kredit-Paket von 25 Milliarden Dollar, das eigentlich die Entwicklung sparsamerer Autos fördern soll. Zuletzt setzte sich Präsident George W. Bush dafür ein, die Umwelt-Bindung aufzuheben, und das Geld einfach so zu gewähren. Die Demokraten lehnen dies ab. Ein solcher Schritt würde auf Kosten der Zukunftsfähigkeit der amerikanischen Autoindustrie gehen, argumentieren sie.

          Mehrere Mitglieder des GM-Verwaltungsrates genießen großen Einfluss in Washington, den sie nun geltend machen wollen, schrieb das „Wall Street Journal“. Darunter seien Erskine Bowles, einst Stabschef des früheren Präsidenten Bill Clinton, und John Bryant, einer der Organisatoren von Obamas Präsidentschafts-Kampagne. Auch Armando Codina, der als enger Vertrauter von Präsident Bush gelte, habe sich eingeschaltet.

          Nach Einschätzung von Analysten braucht GM rund 15 Milliarden Dollar, die für etwa ein Jahr reichen könnten. Angesichts des Absatzeinbruchs „verbrennt“ der größte amerikanische Autohersteller jeden Monat mehr als eine Milliarde Dollar und ihm könnte schlicht das Geld ausgehen.

          Hunderttausende Arbeitsplätze in Gefahr

          GM warnt nun vor dramatischen Auswirkungen einer Insolvenz des Unternehmens. Sie würde nicht nur die 123.000 Arbeitsplätze des Konzerns in Nordamerika in Gefahr bringen, sondern auch hunderttausende weitere Jobs bei Autozulieferern. Und Ausfälle von Teile-Lieferanten würden auch die Konkurrenten Ford und Chrysler an den Abgrund bringen - denn die meisten großen Zulieferer seien gleich mit mehreren Herstellern im Geschäft. „Es wird kein „Plan B“ als Alternative zu einer Rettung durch den Staat diskutiert“, zitierte die Zeitung einen ranghohen GM-Berater.

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