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Opel : Elektro-Corsa wird in Spanien produziert

Corsa-Fertigung in Eisenach Bild: dpa

Die nächste Version des Kleinwagens Corsa wird ausschließlich im Werk in Saragossa entstehen. Mit dem Werk in Eisenach hat Opel dagegen etwas anderes vor.

          Nachdem der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën im vergangenen Jahr den deutschen Autohersteller Opel gekauft hatte, gab Opel-Chef Michael Lohscheller drei Ziele aus: Zuallererst solle das jahrelang defizitäre Unternehmen profitabel werden. Zudem wolle Opel nun seine Fahrzeuge auch in Ländern verkaufen, die dem Unternehmen unter dem alten Eigentümer General Motors verschlossen waren. Und schließlich solle Opel elektrisch werden: Innerhalb der nächsten zwei Jahre will der Autohersteller vier neue elektrifizierte Fahrzeugmodelle auf den Markt – als Batterieautos, oder als Hybridversionen mit einem Verbrennungsmotor und einem zusätzlichen Elektroantrieb. Den Anfang solle dabei der Kleinwagen Corsa machen.

          Am Mittwoch hat Opel nun mitgeteilt, wo der elektrische Corsa vom übernächsten Jahr an vom Band laufen soll: im Werk im spanischen Saragossa. Dort arbeiteten nach Angaben des Unternehmens zuletzt fast 5400 der mehr als 37.000 Opel-Mitarbeiter in Europa. Die neue Generation des Corsas, die das Unternehmen im nächsten Jahr vorstellen will, werde ausschließlich in Spanien gebaut, hieß es weiter. Bisher hat auch das Werk in Eisenach den Corsa in einer dreitürigen Version produziert. In Saragossa entstanden im vergangenen Jahr etwas mehr als 196.000 Corsas, in Eisenach waren es 52.000 Stück. Mit dem Generationenwechsel im nächsten Jahr wird die Corsa-Produktion an dem Standort in Thüringen auslaufen. Allerdings soll dort dann ein sportlicher Geländewagen (SUV) hergestellt werden. Zudem produzieren die rund 1800 Mitarbeiter dort die „Adam“-Modellreihe.

          Der Vorsitzende der Opel-Geschäftsführung, Michael Lohscheller, sagte, die Entscheidung für Saragossa sei für das dortige Werk ein wichtiger Fortschritt und der „Beginn einer neuen Ära“. Opel hatte Ende Januar mit den spanischen Gewerkschaften eine soziale Rahmenvereinbarung geschlossen, die bis Ende 2022 laufen wird. Sie sieht den Unternehmensangaben zufolge vor, dass die Arbeitszeit steigt und sich gleichzeitig die Löhne moderat entwickeln. Zudem führt Opel für seine spanischen Mitarbeiter eine variable Vergütung ein, die sich an der Leistung der Arbeitnehmer orientieren soll, wie es damals weiter hieß. Damit verbessere sich die Wettbewerbsfähigkeit des Werkes entscheidend, sagte Lohscheller. „Saragossa wird auch weiterhin eine wichtige Rolle im Fertigungsverbund der Gruppe PSA spielen.“

          Opel steckt mitten im Umbau

          Nach dem Verkauf an PSA befindet sich Opel derzeit in einem Umbauprozess. Das Unternehmen hat sich vorgenommen, bis zum Jahr 2020 eine operative Marge von 2 Prozent zu erreichen. Sechs Jahre später sollen es dann 6 Prozent werden. Das soll auch erreicht werden, indem das Unternehmen seine Kosten senkt. Nach der Übernahme hatte der PSA-Chef Carlos Tavares angekündigt, auf der Suche nach Einsparpotentialen jeden Stein umdrehen zu wollen.

          Am Standort Rüsselsheim hat dieser Umbau derzeit Folgen für die Mitarbeiter in der Verwaltung und Entwicklung. Dort herrscht noch bis voraussichtlich Mitte des Jahres Kurzarbeit, zudem hat Opel die Arbeitszeit der Mitarbeiter auf die tarifvertraglich vereinbarte Höhe von 35 Stunden in der Woche reduziert. Zudem bietet das Unternehmen verstärkt Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeit an. Im Januar hatte Opel-Chef Lohscheller der F.A.Z. gesagt, die Belegschaft habe Verständnis für die Maßnahmen sei zuversichtlich, was den Umbauplan angehe.

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