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Kriselnder Autohersteller : Die Zeit läuft gegen Daimler

Ein Mitarbeiter der Daimler AG im Produktionswerk in Sindelfingen Bild: dpa

Es ist höchste Zeit, dass die Daimler-Führung die unbequemen Wahrheiten auf den Tisch legt. Es wird schmerzhaft werden für viele Mitarbeiter. Aber die Probleme werden mit jedem Tag größer, an dem sie nicht gelöst werden.

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          Allmählich zeigt sich die düstere Wirklichkeit: Daimler wird massenhaft Mitarbeiter verabschieden müssen. Und es ist eine Illusion zu glauben, dies werde auf sanfte Weise gelingen, die Beschäftigten würden aus freien Stücken ausscheiden, versehen mit einer fetten Abfindung in der einen und einem Arbeitsvertrag eines anderen Unternehmens in der anderen Tasche. Seit Frühjahr werden solche Angebote bei Daimler angepriesen, doch nur 700 Mitarbeiter haben sie bislang angenommen. Alle anderen warten ab und vertrauen auf die „Zusi“, eine Übereinkunft zur Zukunftssicherung, geschlossen in besseren Zeiten. Sie besagt, dass Mitarbeiter von Daimler in Deutschland bis Ende 2029 keine Entlassung befürchten müssen. Wer so eine Zusage im Schrank liegen hat, macht keine Experimente, zumal es quer durch die Autoindustrie düster aussieht und sich nicht so leicht ein neuer Arbeitsplatz findet.

          Doch die Krise auszusitzen wird dieses Mal nicht gelingen, dazu ist sie zu schwer. Es geht nicht um eine Absatzdelle, sondern um die Transformation vom klassischen Verbrenner zum klimaneutralen Auto. Die Umstellung der gesamten Produktpalette ist eine schwierige und teure Aufgabe, die nun noch überlagert wird von der Corona-Krise. Hausgemachte Schwierigkeiten kommen hinzu, die Daimler über Jahre aufgehäuft hat, aber hinter glänzenden Absatzzahlen von Mercedes verstecken konnte. Darunter fallen die milliardenschweren Altlasten durch den Diesel-Skandal, die nun bezahlt werden müssen. Es gäbe viel schmutzige Wäsche zu waschen, aber wichtiger ist es, die Misere endlich anzugehen. Jeder Tag mit zu großer Mannschaft kostet den Konzern viel Geld, die Unsicherheit lähmt und schwächt den Elan im Wettbewerb um die Mobilität der Zukunft.

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