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Autobranche : Opel und Peugeot wollen gemeinsam produzieren

  • -Aktualisiert am

Das Opel-Werk in Bochum schließt. Bild: REUTERS

Bisher arbeiten die beiden Automobilhersteller Opel und Peugeot in Einkauf, Logistik und Modellentwicklung zusammen. Der größte Schritt kommt aber erst jetzt: Die gemeinsame Produktion.

          Die Allianz der Autokonzerne Opel und PSA Peugeot Citroen wird immer enger geknüpft. Zu Beginn der Kooperation vor eineinhalb Jahren, als der Opel-Mutterkonzern General Motors sich an PSA mit 7 Prozent beteiligte, ging es zunächst um Einkauf, Logistik und Modellentwicklung. Zwischenzeitlich wurde auch eine Zusammenarbeit bei kleinen Benzinmotoren angekündigt.

          Doch den größten Schritt wagen die beiden Unternehmen unter Führung von Opel-Chef Karl-Thomas Neumann und PSA-Chef Philippe Varin nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erst jetzt: Es geht um eine gemeinsame Produktion. Die Franzosen lassen ab 2016 oder 2017 ihr bisher in der Slowakei produziertes Minivan-Modell Citroen C3 Picasso bei Opel im spanischen Saragossa vom Band laufen.

          Eine entsprechende Entscheidung bestätigten Kreise beider Konzerne. Sie soll in den kommenden Wochen auch öffentlich bekannt gegeben werden. Das PSA-Werk in Trnava wurde im Jahr 2006 in Betrieb genommen, hat rund 3.500 Mitarbeiter und produziert den Peugeot 208 sowie den C3 Picasso. Der Anteil der C3 Picasso-Produktion dürfte nach Schätzung des CAR-Instituts der Universität Duisburg im Jahr 2012 bei 40 Prozent gelegen haben. Es werden also voraussichtlich rund 85.000 Picasso aus der Slowakei nach Saragossa verlegt.

          Muss auch Rüsselsheim kompensiert werden

          Das Grundgerüst für die nächste Generation des Opel Meriva, der in Saragossa vom Band läuft, wird im Rahmen der Allianz ohnehin schon vom Peugeot-Konzern entwickelt. Offen ist, welche Kompensation die Franzosen dafür erhalten, dass sie nun einen Teil ihrer Produktion an Opel abtreten. Denn schließlich sind die Fabriken beider Unternehmen in Europa schlecht ausgelastet. Im Gegenzug für den Picasso könnte Opel laut einem Bericht der französischen Zeitung Les Echos den Nachfolger des Familienvans Zafira, dessen Grundgerüst ebenfalls bei PSA entwickelt wird, bei PSA im ostfranzösischen Sochaux herstellen lassen.

          Eine Entscheidung darüber gibt es jedoch noch nicht, wie Sprecher beider Konzerne gegenüber der F.A.Z. betonen. Die Zurückhaltung ist kaum verwunderlich: Schließlich wird der Zafira derzeit noch im Bochumer Werk produziert, das erst Ende 2014 schließt. Auch danach ist das Modell eigentlich schon fest verplant – nämlich zur Auslastung des Stammwerks in Rüsselsheim.

          Gäbe Opel den Zafira an Peugeot ab, müsste Rüsselsheim dafür einen Ausgleich erhalten. Entweder es würden französische Mittelklasse-Limousinen dorthin verlegt oder die GM-Schwestermarke Buick ließe ihre Limousine Buick Regal dort vom Band laufen – oder ein Teil der nach Polen verlegten Astra-Produktion würde zurückgeholt.

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