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Autobranche : Daimler setzt sich neues Milliardenziel

  • Aktualisiert am

Mercedes-Benz zieht wieder Kunden an Bild: AP

Die Gewinne sprudeln wie zuletzt 2007: Der Autokonzern Daimler hebt seine Gewinnprognose auf sechs Milliarden Euro an und Konzernchef Dieter Zetsche freut sich. Doch der Aktienkurs fällt trotzdem.

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          Der Autobauer Daimler hat seine Gewinnprognose auf 6 Milliarden Euro angehoben. Vorher hatte die Marke Mercedes-Benz das bislang stärkste zweite Quartal hinter sich gebracht. Außerdem bestellen die Kunden größere Modelle, mehr Extras und feilschen nicht mehr so hart um Preisnachlässe. Das teilte Daimler am Dienstag in Stuttgart mit. Zuletzt hatte Daimler im Jahr 2007 mit 8,7 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen ein noch höheres Jahresergebnis abgeliefert.

          Daimler hob die Gewinnprognose schon zum zweiten Mal in diesem Jahr an. Bisher war der Autobauer von einem Jahresgewinn von 4 Milliarden Euro ausgegangen. „Unsere Strategie zahlt sich aus: Wir haben in allen Geschäftsfeldern beim Absatz und beim Umsatz eine sehr dynamische Entwicklung“, sagte Konzernchef Dieter Zetsche.

          An den Aktienmärkten wurden die Zahlen allerdings nicht gut aufgenommen: Der Daimler-Kurs fiel in einem insgesamt positivem Umfeld zeitweise um mehr als 2 Prozent und gehörte bis zum Nachmittag zu den schwächsten Werten im Aktienindex DAX.

          Daimler setzte die starke Gewinnentwicklung fort

          Der Konzernumsatz im zweiten Quartal stieg den Angaben zufolge um mehr als 5 Milliarden Euro oder 28 Prozent auf 25,1 Milliarden Euro. Nach Steuern erzielte der Autobauer einen Gewinn von 1,3 Milliarden Euro nach einem Verlust von knapp 1,1 Milliarde Euro im Vorjahresquartal. Damit setzte Daimler die starke Gewinnentwicklung der ersten drei Monate fort. Im zweiten Quartal wurde der Gewinn den Angaben zufolge besonders vom guten Pkw-Absatz getragen. Vor allem die inzwischen voll verfügbare E-Klasse soll die Gewinne weiter treiben. Im Gesamtjahr erwartet Daimler 4 Milliarden Euro Vorsteuergewinn allein von der Autosparte. Wesentliche Faktoren für das Ergebnis sind boomende Absätze vor allem in China und den Vereinigten Staaten.

          Auch andere Geschäftsfelder wie Lastwagen entwickelten sich positiv und verbesserten den Ertrag. Die Lkw-Sparte soll einen Milliarde Euro einfahren, die Kleinlieferwagen 350 Millionen Euro und die Busse 180 Millionen Euro. Von der Finanztochter erwartet Daimler 800 Millionen Euro.

          Positiver Trend soll sich fortsetzen

          Der Absatz von Autos und Lastwagen erhöhte sich im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 496 500 Fahrzeuge. Die Zahl der Mitarbeiter im Konzern lag mit 257 658 nahezu auf Vorjahresniveau. In Deutschland beschäftigt der Autobauer 163 507 Menschen (Vorjahr: 162 818). Wegen des stark anziehenden Geschäftes wurde die Kurzarbeit bei dem Autobauer Ende Juni nahezu beendet.

          Den Zuwachs beim operativen Ergebnis im zweiten Quartal auf 2,1 Milliarden Euro (Vorjahr: minus 1,0 Mrd) und beim Umsatz von 19,6 Milliarden auf 25,1 Milliarden Euro hatten die Stuttgarter bereits vorab mitgeteilt. Nach Angaben von Konzernchef Zetsche wird sich der positive Trend auch im zweiten Halbjahr fortsetzen: Umsatz (2009: 78,9 Mrd) und Absatz (1,6 Mio Fahrzeuge) sollen daher im Gesamtjahr deutlich steigen.

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