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Streit beigelegt : Autobosse einigen sich auf Elektro-Auto-Strategie

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Herbert Diess, VW-Vorstandsvorsitzender, hatte den Konflikt um die Zukunft der E-Mobilität ausgelöst. Bild: Reuters

Batteriefahrzeuge sind der Elektro-Antrieb der Zukunft – darauf einigen sich VW, Daimler und BMW nach vorangegangenem Konflikt. Von einer anderen Antriebsart halten die Autobosse dagegen nur wenig.

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          Der Streit unter den deutschen Autobossen hat vorerst ein Ende: Als Antrieb der Zukunft einigten sich Volkswagen, Daimler und BMW auf batteriebetriebene Elektroautos und Hybride als „Gebot der Stunde“. Zudem wollen sie die Infrastruktur zum Laden der E-Autos vorantreiben. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bekräftigte im Bundestag, dass es bis 2030 „bis zu zehn Millionen Elektro-Pkw“ brauche, 500.000 Elektro-Nutzfahrzeuge und 300.000 Ladepunkte. Er nannte auch Wasserstoff- und Gasantriebe, deren Hochlauf notwendig sei. Die Autobosse gingen jedoch davon aus, dass mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenautos auch in den nächsten etwa zehn Jahren nicht marktreif sein würden.

          Zuvor hatten die Chefs der deutschen Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW sowie der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA) Bernhard Mattes miteinander gesprochen. Dem Gespräch vorausgegangen waren Uneinigkeiten vor allem zwischen BMW-Chef Harald Krüger und dem VW-Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess.

          Diess hatte den Konflikt mit einem Strategiepapier ausgelöst, das in der Branche sowie in der Politik heftig umstritten ist. Kritiker monieren, die erarbeiteten Vorschläge seien zu sehr auf Volkswagen gemünzt. In dem Papier heißt es, die bisherigen Pläne zur Verkaufsförderung sowie zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos reichten nicht aus. Im Kern geht es darum, ob sich alle Förderungen – wie es Diess vorschwebt – künftig ausschließlich auf Batteriefahrzeuge konzentrieren sollen. BMW-Chef Harald Krüger hatte dieser Forderung bislang widersprochen.

          Krüger forderte Offenheit für andere Antriebe

          Krüger betonte: „Wo ich ganz klar anderer Meinung bin, ist Technologieoffenheit.“ Diess dagegen will Subventionen vor allem auf kleine vollelektrische Autos konzentrieren und sagte: „Technologieoffenheit ist jetzt die falsche Parole.“ Was bedeutet das? Neben batterieelektrischen Autos gibt es weitere denkbare Antriebsvarianten – etwa die wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle, Hybride oder synthetische Kraftstoffe. Diess dagegen will alles auf eine Karte, nämlich Batterien, setzen.

          Allerdings sei die Entwicklung in verschiedenen Teilen der Welt unterschiedlich, gerade in dem Punkt, wie schnell die Infrastruktur für reine vollelektrische Fahrzeuge entstehe, sagte Krüger, der deswegen in einigen Ländern Wasserstoff als Alternative zum Batterieauto sieht. Daraus ergebe sich Diskussionsbedarf, sagte er.

          Krüger schloss nicht aus, dass die Politik in einem wichtigen Land die Hersteller dazu verpflichten könnte, Brennstoffzellen-Autos anzubieten und sie andernfalls überhaupt keine Autos mehr dort verkaufen dürften. Deshalb sei Technologieoffenheit weiterhin wichtig.

          E-Mobilität bedroht Arbeitsplätze

          Vor rund 20.000 Beschäftigten auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg betonte Diess: „Die Elektromobilität ist der richtige Weg.“ Musste aber gleichzeitig eingestehen, dass die Produktion von E-Autos etwa 30 Prozent weniger Arbeit erfordere als ein Verbrenner. „Es wird schwer, das nur mit Fluktuation und Altersteilzeit zu bewältigen“, sagte er. Die Digitalisierung werde Arbeitsplätze kosten, moderne IT erlaube es, viele Routinearbeiten und Prozesse etwa in der Verwaltung zu automatisieren. Zuvor hatte der bei der Kernmarke VW-Pkw fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter angekündigt, dass in den nächsten fünf Jahren zusätzlich 5000 bis 7000 Stellen wegfallen sollen.

          Das brachte den mächtigen Betriebsratsboss Osterloh auf die Palme. Der Zahl fehle jede Grundlage, sagte er auf der Versammlung. Zwar sei der Betriebsrat bereit, Wege zu verhandeln, die Beschäftigungssicherung und Wirtschaftlichkeit gleichrangig behandelten. Aber erst müsse der Vorstand seine Hausaufgaben machen. „Bevor all diese Fragen nicht beantwortet und mit klaren Vereinbarungen versehen sind, wie wir diese Fehler beheben, werden hier keinerlei Gespräche zu weiteren Effizienzsteigerungen stattfinden.“

          Diess bekräftigte, wegen der strengen EU-Vorgaben zum CO2-Ausstoß müsse der Anteil der E-Autos bei Volkswagen bis 2030 bei rund 40 Prozent liegen. FDP-Bundestagsfraktionsvize Michael Theurer dagegen warnte: „Die Elektromobilitätsstrategie von Herrn Diess ist ein Jobkiller.“

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