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Autobauer : VW steigert den Gewinn auf 1,8 Milliarden Euro

  • Aktualisiert am

Volkswagen steigert den Gewinn Bild: AP

Volkswagen verkauft immer mehr Autos - in China und den Vereinigten Staaten. Dadurch steigerte der deutsche Konzern sein Halbjahresergebnis deutlich und kommt auch ohne Abwrackprämie aus. Doch der Boom in China könnte nachlassen.

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          Europas größter Autobauer Volkswagen hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr kräftig steigern können. In der Zwischenbilanz macht der Konzern ein Plus von 1,8 Milliarden Euro - nach rund 500 Millionen im Vorjahreszeitraum. „Das Ergebnis des ersten Halbjahres hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Donnerstag in Wolfsburg. Der Umsatz stieg um 20,7 Prozent auf 61,8 Milliarden Euro.

          Auch ohne die Abwrackprämie schlägt sich Europas größter Autobauer im Vergleich zur Konkurrenz gut. Vor allem stark gestiegene Absätze in China und den Vereinigten Staaten helfen dem Konzern. Mit dem deutlich erhöhten Gewinn übertrifft der Konzern die Erwartungen von Analysten deutlich, die lediglich von gut der Hälfte ausgegangen waren. Damit hat Volkswagen allein zwischen April und Juni so viel operativen Gewinn gemacht wie im Krisenjahr 2009, als der Staat den Autobauern noch mit der Abwrackprämie unter die Arme griff. Den Umsatz steigerte der Konzern im zweiten Quartal um ein Fünftel auf 33 Milliarden Euro.

          Vor allem die Kernmarke steigerte den Gewinn deutlich

          Zu der rasanten Entwicklung trugen der boomende chinesische Markt, aber auch günstige Wechselkurseffekte bei, die VW besonders in Nord- und Südamerika zugute kommen. Vor allem die Kernmarke Volkswagen Pkw erzielte deutlich höhere Gewinne als im Vorjahr. Das operative Ergebnis erreichte eine Milliarde Euro, nach 0,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Den höchsten Anteil zum operativen Ergebnis des Konzerns von insgesamt 2,8 Milliarden Euro steuerte wieder die Premiummarke Audi bei - mit 1,3 Milliarden Euro, nach 0,8 Milliarden im Vorjahr.

          VW geht zwar nicht davon aus, dass die Entwicklung sich in der zweiten Jahreshälfte unvermindert fortsetzt. Dennoch erwarte man einen Umsatz und ein Ergebnis deutlich über Vorjahreshöhe.

          Der Konkurrent PSA Peugeot Citroen zeichnet düsteres Bild

          Die VW-Vorzugsaktie legte um bis zu drei Prozent auf ein Zehn-Monats-Hoch von 81 Euro zu und war damit zweitgrößter Gewinner im Leitindex Dax. „Das sind sehr starke Quartalszahlen“, sagte ein Analyst in einer ersten Einschätzung. „Die Aktie verdient es, weiter hoch zu gehen.“ Trotz des rasanten Anstiegs präzisierte der Vorstand die zunächst nicht seine Prognose, wonach der operative Gewinn im Gesamtjahr „deutlich“ steigen soll. Die dynamische Entwicklung von Umsatz und Ergebnis werde sich
          in der zweiten Jahreshälfte nicht fortsetzen, hieß es zur Begründung. Die Auslieferungen sollen den Vorjahreswert wegen des starken China-Geschäfts ebenfalls deutlich übertreffen. Seit Jahresbeginn schlug der Konzern weltweit 3,6 Millionen Fahrzeuge los, 15,8 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

          Der französische Rivale PSA Peugeot Citroen, Nummer zwei hinter VW in Europa, hatte bei der Vorlage seiner Zwischenbilanz am Mittwoch ein sehr viel düsteres Bild für den weiteren Geschäftsverlauf gezeichnet. Bei Peugeot wirkt sich das Auslaufen staatlicher Kaufanreize offenbar stärker aus als bei Volkswagen.

          Autoboom in China könnte nachlassen

          Noch besser als die Massenhersteller schneiden allerdings Premiumhersteller wie Daimler ab. Der Stuttgarter Rivale hat seine Erwartungen nach der unerwartet starken Nachfrage nach Luxusautos bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben und rechnet nun mit einem Betriebsgewinn von sechs Milliarden Euro, zwei Milliarden mehr als zuletzt in Aussicht gestellt. Auch nach Einschätzung von Daimler dürfte der Zuwachs in der zweiten Jahreshälfte allerdings weniger spektakulär ausfallen als in der ersten.

          Der deutsche Branchenverband VDA rechnet damit, dass der Autoboom in China etwas nachlassen wird - bislang eine wichtige Stütze der Autobauer. Der Hunger der aufstrebenden Massen in der Volksrepublik beschert der Industrie bislang hohe Zuwachsraten und macht dadurch den Einbruch auf dem Heimatmarkt in Deutschland mehr als wett.

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