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Auto-Technik : Navigationssysteme: Ende des Goldrauschs?

  • Aktualisiert am

Die Konkurrenz schläft nicht: Nissan-Mitarbeiter testet Navigationssystem Bild: REUTERS

Mobile Navigationssysteme sind der Renner. Immer mehr Unternehmen treten in den attraktiven Markt ein. Der Vorstandschef des europäischen Marktführers Tom Tom erwartet jedoch, daß die ersten Anbieter 2007 wieder verschwinden.

          Mobile Navigationssysteme sind die Verkaufsrenner. Die hohen Zuwächse im Absatz der handlichen Orientierungshilfen verleiten immer mehr Unternehmen, in den attraktiven Markt einzutreten, so auch Nokia. „Wir erleben so etwas wie einen Goldrausch“, sagt Harold Goddijn dieser Zeitung. Doch der Vorstandschef des führenden europäischen Herstellers Tom Tom N.V. ist überzeugt: „Die Konsolidierung kommt; die ersten Anbieter werden 2007 wieder verschwinden.“

          Das nächste Jahr werde sehr viel härter werden, besonders für kleinere Marktteilnehmer. Die Kosten für Werbung und Marketing würden angesichts des zunehmenden Wettbewerbs steigen. Gleiches gelte für die Entwicklungsausgaben. Betroffen sein dürften die Unternehmen mit kleinen Marktanteilen. Auf Basis der Daten der Nürnberger Konsumforschung GfK beansprucht Tom Tom die eindeutige Marktführung mit einem Anteil von rund 50 Prozent. Die Nummer zwei erreicht nicht einmal 10 Prozent. Die fünf größten Anbieter zusammen - darunter Garmin, Mio Technology und Navman - vereinen fast 80 Prozent des Marktes auf sich. Das heißt: Die übrigen 20 Prozent teilen sich mehr als 40 Unternehmen, unter denen der Tom-Tom-Chef manchen Wackelkandidaten sieht.

          Massenmarkt erst richtig geöffnet

          Diese Marktanteile weichen von denen des renommierten britischen Marktforschungsinstitutes Canalys ab, da die Methodik der Datenermittlung unterschiedlich ist. GfK mißt auf repräsentativer Basis die Verkaufszahlen. Canalys legt die von den Herstellern gemeldeten Produktionszahlen zugrunde. So ergeben sich andere Marktanteile für Tom Tom (30,5 Prozent), Garmin (16,7 Prozent), Mio (9,5 Prozent) und Navman (6,4 Prozent).

          Tom Tom hat mit seinen einfach bedienbaren und gegenüber festinstallierten Navigationssystemen deutlich billigeren Verkehrshilfen den Massenmarkt erst richtig geöffnet. Seit 2001 mit dem ersten mobilen Gerät am Markt, kam der Durchbruch 2004. Im Frühjahr 2005 gingen die Niederländer an die Börse.

          Wachstum muß unter mehr Mitspielern aufgeteilt werden

          Aber auch für sie wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Denn die unangefochtene Nummer eins muß sich zunehmend gegen die Konkurrenten und die neuen Angreifer verteidigen: „Wir müssen sehr hart arbeiten, um unsere Position zu halten“, sagt Goddijn, auch wenn er weiteres rasantes Wachstum für sein Unternehmen und für den Markt insgesamt voraussagt. Denn die Penetrationsrate habe gerade einmal 10 Prozent erreicht, weshalb das Potential noch gewaltig sei. Er sieht keine Anzeichen dafür, daß sich das Wachstum verlangsamt; nur daß es eben unter wesentlich mehr Mitspielern aufgeteilt werden muß. Der Vorstandschef rechnet in drei bis fünf Jahren mit einer gewissen Marktsättigung, wobei dann nach seiner Erwartung Impulse aus dem Ersatzbedarf kommen dürften.

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