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Auto & Maschinenbau : Traumwagen aus Dänemark

  • -Aktualisiert am

Manchmal lohnt sich der Autokauf im Ausland Bild: AP

Ein neues Auto zum Tiefstpreis. So viele Vorteile gab es selten zuvor. Händler gewähren Rabatte bis 20 Prozent. Auch Reimporte lohnen sich. Einige Regeln sollten aber beachtet werden.

          Da steht er, der Traumwagen. Ein Citroen, Modell C5-Kombi. Der örtliche Vertragshändler freut sich, denn der Interessent gibt eindeutige Kaufsignale. 24.980 Euro sei der Grundpreis, so der Autoverkäufer. „Ein bißchen Spielraum habe ich aber noch." Der Kunde registriert die Verhandlungsbereitschaft, doch er zweifelt, ob das „bißchen Spielraum" reicht: Denn er hat von der Reimportfirma Neuwagenbroker in Altrich ein Angebot in Höhe von 19.340 Euro vorliegen - für den identischen Wagen. Sparvorteil: 5640 Euro. Was gibt es da noch zu überlegen?

          Fest steht: Der Neuwagenkauf im EU-Ausland kann sich lohnen. Das Europäische Verbraucherzentrum EVZ in Kiel untersuchte jüngst die Preisunterschiede für 91 Modelle: Bundesbürger können demnach beim Kauf eines VW Bora in den Niederlanden rund 2500 Euro, in Belgien 2900 Euro und in Dänemark sogar 5300 Euro sparen. Den Volvo S 40 gibt es in den Niederlanden 4300 Euro billiger, in Frankreich 5100 Euro und in Dänemark gar 5800 Euro günstiger als in Deutschland. Das sind nur einige Beispiele.

          Fahrt ins Ausland oder Auftrag an Reimportfirma

          Verbraucher haben zwei Möglichkeiten, diese Preisvorteile zu nutzen: Entweder sie fahren selbst über die Grenze, oder sie beauftragen eine Reimportfirma. „Besorgt man den Wagen selbst, dann sollte der Käufer auf jeden Fall bei der örtlichen KfZ-Zulassung vorsprechen. Die Anforderungen für einen Reimport variieren je nach Amt", warnt Winfried Oldenbürger, Experte beim EVZ. So muß die Betriebserlaubnis manchmal übersetzt werden, manchmal genügt das Dokument in Originalsprache. In jedem EU-Land gelten zudem andere Regeln. „Ein rotes Nummernschild darf beispielsweise in Dänemark nicht gefahren werden", sagt Oldenbürger, der empfiehlt: „Am besten ist es, wenn der Kunde das Auto in Deutschland anmeldet und dann die deutschen Schilder über die Grenze nimmt und montiert."

          Man sieht schon: Mit einer einzigen Fahrt zum ausländischen Autohändler ist es nicht getan. Wohnt man direkt an der Grenze, dann sind Zeit- und Geldkosten überschaubar, doch eine Fahrt von Garmisch an die dänische Grenze könnte den Preisvorteil durch Reimport schnell einschmelzen, besonders wenn Übernachtungskosten anfallen.

          Einige Regeln sollten Verbraucher beim Reimportgeschäft grundsätzlich beherzigen: „Niemals Anzahlungen in bar leisten. Werden Sicherheiten gefragt, dann nur in Form von Bankbürgschaften", rät der Bundesverband freier KfZ-Importeure, BfI. Beim Serviceheft, so der Verband, sollte auf drei Dinge geachtet werden: Fahrgestellnummer des Fahrzeugs, Auslieferungsdatum (Garantiestart) und Stempel des ausliefernden Vertragshändlers. Sind diese Dinge erfüllt, kann man bei jedem Vertragshändler in der EU Garantieleistungen in Anspruch nehmen. Die Mitgliedschaft im BfI gilt Verbraucherschützern wie dem EVZ als eine Art Gütesiegel. Welcher Händler BfI-Mitglied ist, kann im Internet unter www.bfi-ev.de eingesehen werden.

          Dänemark gilt als Eldorado

          Seit rund 25 Jahren gibt es diesen innereuropäischen Parallelmarkt für Neuwagen. Hintergrund: Hersteller bringen ihre Fahrzeuge in verschiedenen Ländern zu unterschiedlichen Preisen auf den Markt. Dänemark gilt als Eldorado. Dort sind die Steuern auf Neuwagen hoch, und deshalb verkaufen die Hersteller an dänische Händler zu einem niedrigeren Nettopreis. Sonst, so das Argument, würde sich kein Däne einen Neuwagen leisten können. Doch Experten sind sicher, daß es diese Preisvorteile schon in einigen Jahren nicht mehr gegeben sind. Denn das Preisgefälle in der EU nimmt langsam, aber stetig ab. Im Bericht der Europäischen Kommission über die Entwicklung der KfZ-Preise ist zu lesen, daß sich die durchschnittliche Preisspanne 2002 gegenüber dem Vorjahr von 10,6 auf 8,6 Prozent verringert hat. Dennoch gibt es vereinzelt noch Riesenunterschiede: Der Fiat Seicento ist in Österreich 45,5 Prozent teurer als in Spanien - das sind rund 7400 Euro. Deutschland ist neben Österreich der teuerste Neuwagenmarkt. Am billigsten sind die Autos in Griechenland, Finnland und Dänemark. Bei Volkswagen und der französischen PSA, so die EU-Kommission, sind konzernintern die höchsten Preisunterschiede festzustellen; bei BMW, Daimler-Chrysler und General Motors seien die Unterschiede geringer.

          Fazit: Der Reimport lohnt sich unter Umständen. Ein kritischer Blick in den Kaufvertrag bleibt aber Pflicht. „Steht dort beispielsweise, daß ,kleine Abweichungen' im Zuge der Lieferung möglich sind, dann ist Vorsicht angesagt", sagt Oldenbürger: „Manchmal wird der Wagen mit Hinweis auf diesen Passus in Rot geliefert, obwohl der Kunde die Farbe Blau bestellt hat."

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