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Australien : Händler gegen Mercedes

Ein Großteil der australischen Händler lehnt das von Mercedes angestrebte Agenturmodell ab Bild: Reuters

Eine Klage mehrerer australischer Händler von Mercedes-Benz soll die Umwandlung in ein Festpreis-Agenturmodell verhindern.

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          Die australischen Händler von Mercedes-Benz machen Front gegen den eigenen Hersteller. Vor dem australischen Bundesgericht haben sie Mercedes-Benz mit einem Streitwert von 650 Millionen australischen Dollar (415,03 Millionen Euro) verklagt.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          „Die Klage soll Mercedes-Benz daran hindern, weitreichende Änderungen am Geschäftsmodell der Händler zu erzwingen und das bisherige Geschäftsmodell der Händler durch ein Festpreis-Agenturmodell zu ersetzen“, heißt es in einer Mitteilung der Automobilhändler-Vereinigung Aus­traliens (AADA). Mehr als 80 Prozent der Mercedes-Händler „down under“ hätten sich zusammengetan. „Für Mercedes-Benz ist die juristische Anfechtung ein großes Hindernis, das Agenturmodell weltweit auszurollen.“

          Die Handelsbetriebe fürchten, ihren Status als eigenständige Betriebe zu verlieren und reine Vertreter von Mercedes-Benz zu werden. „Diese Umstellung wird drastische Auswirkungen auf die Zukunft der Betriebe haben, weil unter anderem große Schauräume überflüssig werden. Außerdem wird der Festpreisansatz insbesondere Händler mit Standortnachteilen beeinträchtigen, die auf den Preiswettbewerb angewiesen sind, um Kunden zu gewinnen und zu binden.“ In einer Umfrage unter den Händlern hätten 90 Prozent das Agenturmodell abgelehnt. „Auch für Kunden wird es negative Auswirkungen haben, wenn beispielsweise Händler in dünn besiedelten ländlichen Gegenden schließen.“

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