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Aus für den Standort Bochum : IG-Metall verlangt Bestandsgarantie für alle Opel-Werke

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Kamen wie geplant zur Arbeit: Opel-Mitarbeiter am Morgen nach dem Tag, als das Aus ihres Werkes verkündet wurde. Bild: dapd

Opel will seine Fabrik in Bochum schließen. Nach Kritik aus der Politik verlangt nun auch die IG-Metall Beschäftigungsgarantien - und zwar für alle Opel-Werke in Deutschland.

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          Nach dem angekündigten Aus für das Bochumer Opel-Werk fordert die IG Metall von dem Autobauer Beschäftigungsgarantien für die übrigen deutschen Werke. „Es geht um ein Zukunftskonzept für alle Standorte und den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen“, betonte ein Sprecher der IG-Metall in Nordrhein-Westfalen. „Die IG Metall akzeptiert eine Schließung des Standortes Bochum nicht“, sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber in Frankfurt. Die Tarifkommission der Gewerkschaft werde am Mittwoch über den Stand der seit Monaten laufenden Verhandlungen mit dem Opel-Vorstand beraten und das weitere Vorgehen beschließen.

          Die IG Metall zeigte sich entschlossen, am Standort Bochum weiter für den Erhalt der Autoproduktion zu streiten. Die Frage sei jedoch, wie groß die Durchsetzungschancen sind, nachdem Opel angekündigt hat, die Produktion des Familienwagens Zafira in der Ruhrgebietsstadt im Jahr 2016 auslaufen lassen zu wollen.

          Rösler beklagt Missmanagement

          Opel hatte am Montag angekündigt, das Bochumer Automobilwerk mit 3.365 Beschäftigten dichtzumachen. Die Entscheidung begründete Interims-Chef Thomas Sedran mit dem dramatisch geschrumpften Automarkt in Westeuropa und den hohen Überkapazitäten in der gesamten Branche.

          Kritik an dem Plan der Opel-Muttergesellschaft General Motors gab es auch von Seiten der Politik. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler warf General Motors indirekt vor, Opel durch Missmanagement der Krise ausgeliefert zu haben. Es sei ein Fehler gewesen, dass Opel kaum Autos im wichtigsten Wachstumsmarkt China verkaufen durfte. Staatshilfen für Opel lehnte Rösler abermals ab.

          Was geschieht mit der schon ausgehandelten Lohnerhöhung?

          Offen blieb am Dienstag zunächst, ob die Gewerkschaft dem Unternehmen weiterhin die branchenweit ausgehandelte Lohnerhöhung von 4,3 Prozent stunden wird. Auch darüber soll die Tarifkommission beraten. IG-Metall, Betriebsrat und Opel-Vorstand hatten sich während ihrer Verhandlungen über eine Sanierung des Autobauers im Oktober angenähert. Zu einem Abschluss kam es damals aber nicht. Mit Spannung wird erwartet, ob die Gewerkschaft auch nach der Bekanntgabe der Schließung von Bochum am Verhandlungstisch bleibt.

          Die IG Metall moniert, bislang gebe es „keine klare Ansage, was mit den Werken in Eisenach, Kaiserslautern und Rüsselsheim geschieht“. Auch in den Verhandlungen mit dem französischen Autobauer Peugeot sei noch vieles offen. Es stelle sich die Frage, wie zuverlässig Zusagen des Opel-Managements seien. Der Rüsselsheimer Autobauer hatte bereits im Juni angekündigt, Bochum eine Galgenfrist von vier Jahren zu geben. Im Gegenzug sollten bis dahin für alle Standorte in Deutschland betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden.

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