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Deal mit Adani-Kohlemine : Was wussten die Siemens-Chefs?

Siemens-Chef Joe Kaeser beantwortet nach einem Gespräch mit der Fridays-for-Future-Aktivistin Neubauer Fragen von Journalisten. Bild: dpa

Der von Klimaaktivisten bekämpfte Auftrag in Australien sorgt hinter den Kulissen für Ärger. Die Spannungen rund um Chef Joe Kaeser und seinen Kronprinzen Roland Busch könnten noch weitreichende Folgen haben.

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          Aus dem Hause Siemens sind vermehrt Stimmen zu vernehmen, wonach es in höheren Etagen doch Kenntnisse über den Bahntechnikauftrag für die umstrittene australische Kohlemine Adani gegeben haben soll – vor dessen Unterzeichnung am 10. Dezember. Nach Informationen der F.A.Z. soll das Projekt zur Ausrüstung einer Bahnlinie mit Signaltechnik wegen seiner Brisanz auf manchem Schreibtisch in der Konzernzentrale in München gelegen haben. Als wahrscheinlich gilt, dass der Auftrag über 18 Millionen Euro der Bahntechniksparte Siemens Mobility bekannt gewesen ist, womöglich im Vorstand.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Damit zeichnet sich eine Wende ab im Streit über das von Umweltschützern bekämpfte Minenprojekt des indischen Bergbaukonzerns Adani, das auch Siemens als Lieferant in Deutschland einen Sturm der Entrüstung eingebracht hat. Bisheriger Höhepunkt war ein Treffen des Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser mit der Fridays-for-Future-Vertreterin Luisa Neubauer am vergangenen Freitag in Berlin. Anschließend bot er der Aktivistin zwar einen Aufsichtsratsposten an, hielt aber an der Vertragstreue zu Adani fest. Bisher hat der Münchner Technologiekonzern kommuniziert, dass vom Adani-Vorgang bis zur Unterzeichnung zumindest in Deutschland bei hohen Stellen nichts bekannt gewesen sein soll. Kaeser hatte am 15. Dezember in einer Kurznachricht auf Twitter betont, nichts davon gewusst zu haben und sich der Sache anzunehmen.

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