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Aufsichtsrat entscheidet : Keine Entlastung für Siemens-Manager

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Er ist nicht belastet, also wird er entlastet: Siemens-Chef Peter Löscher Bild: AP

Auf der Siemens-Hauptversammlung am kommenden Donnerstag gibt es außer für Konzernchef Löscher keine Entlastung für das Top-Management. Das hat der Aufsichtsrat am Montag entschieden.

          Der Siemens-Aufsichtsrat hat sich dafür ausgesprochen, wegen der Schmiergeldaffäre eine Entlastung von großen Teilen der Konzernführung zu verschieben. Das Kontrollgremium habe auf einer Sondersitzung den entsprechenden Vorschlag von Vorstand und Präsidium bestätigt, sagte ein Siemens-Sprecher am Montag in München. Demnach sollen auf der Hauptversammlung am kommenden Donnerstag (24. Januar) mit Ausnahme von Konzernchef Peter Löscher die Vorstände, die im vergangenen Geschäftsjahr aktiv waren, nicht entlastet werden. Gleiches gilt für Aufsichtsräte, die in den vergangenen Jahren Vorstandsmitglieder waren.

          Damit folgt Siemens einer Empfehlung der amerikanischen Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton, die intern der Korruptionsaffäre nachgeht. In einem Brief an den Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme hatte die Kanzlei mitgeteilt, dass sie neue Informationen zu den Korruptionspraktiken im Konzern erhalten habe. „Im Besonderen betreffen bestimmte neue Informationen das Verhalten und die Kenntnisse einer Reihe von Personen, die innerhalb einiger vergangener Jahre Mitglieder des Vorstands waren“, heißt es in dem Brief der Kanzlei. Konkrete neue Erkenntnisse über einzelne Personen gebe es noch nicht. Diese Hinweise habe die Kanzlei auch von den Teilnehmern an dem Amnestie-Programm erhalten. Im Rahmen dieses Programms hatte Siemens-Chef Peter Löscher den Beschäftigten ein Angebot gemacht: Wer in Sachen Schmiergeldaffäre auspackt, dem drohen keine Schadenersatzforderungen.

          Die Entlastung von Konzernchef Löscher selbst soll nicht verschoben werden, da er erst Mitte 2007 zu Siemens kam und deshalb mit der Schmiergeld-Affäre nichts zu tun habe, hieß es weiter. In der Affäre geht es um 1,2 Milliarden Euro an dubiosen Zahlungen, die vorwiegend im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden sein sollen.

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