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Hoch im Norden : Sogar auf Sylt wird Wein angebaut

  • -Aktualisiert am

Weinberg auf Sylt Bild: dpa

Zwei Hobbywinzer trotzen dem rauen Klima der Insel und stellen aus einer speziellen Rebsorte „Sölviin“ her. Sein Geschmack ist mit anderen Weinen nicht vergleichbar.

          1 Min.

          Weinanbau ist in Schleswig-Holstein keine Seltenheit mehr. Sogar auf dem nördlichsten Zipfel des Landes gibt es zwei Weingüter. Das Rheingauer Weingut Balthasar Ress bewirtschaftet auf Sylt 0,3 Hektar. Ungewöhnlicher ist die Gründung der Sylter Weinbau GbR. Henning Lehmann, hauptberuflich Architekt, liest 2008 in der „Sylter Rundschau“, dass Rheinland-Pfalz Schleswig-Holstein 10 Hektar Weinanbaurechte schenkt.

          Mit zwei Bekannten bewirbt er sich erfolgreich um einen Teil der Rechte. 2009 bauen sie in Keitum 2700 Reben der Sorte Solaris auf 0,7 Hektar an. Diese Sorte vertrage das rauhe Klima relativ gut, erläutert Lehmann. 2012 stellen sie 55 Liter „Sölviin“ für den Verkauf her. Sölviin kommt aus dem Friesischen: Söl ist die Insel Sylt, und Viin ist Wein. Mit zunehmender Erfahrung gelingt es den drei Neu-Winzern, den Ertrag zu steigern. Dabei helfen auch technische Neuerungen wie das „Reberziehungssystem“. Eine Flächenausweitung 2018 auf 2 Hektar sorgt ebenfalls für mehr Ertrag. 2019 will man auf 3 Hektar erweitern.

          25 Euro je Flasche

          Im vergangenen Jahr wurden 1220 Liter Weißwein produziert. „Wir düngen und spritzen nicht“, sagt Lehmann. Die Trauben werden auf Sylt gemaischt und gegoren und dann von einem befreundeten Winzer in Süddeutschland filtriert und abgefüllt. Auf dem „Weinberg“ setzt man auf freiwillige Helfer. Über Facebook gibt es Ernteaufrufe, und manche kommen extra aus Süddeutschland. Bei einem Preis von rund 25 Euro je Weinflasche „haben wir einen Umsatz von 15.000 Euro netto im Jahr“, berichtet Lehmann.

          Erworben werden kann der Wein über den ortsansässigen Lebensmitteleinzelhandel, einige Weinhändler aus der Region und im Online-Shop. Marco Lehmitz vom Weinhaus am Stadtrand sagt, der Wein werde gerne als Geschenk genommen. Er enthalte eine nordische Note und sei nicht mit anderen Weinen vergleichbar.

          Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

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