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Wegen Brandgefahr : Audi ruft neues Elektroauto zurück in die Werkstatt

Audis Hoffnung ruht auch auf der neuen Elektroautoserie. Bild: Reuters

Erst vor wenigen Wochen hatte sich der Audi-Chef in der F.A.Z. zuversichtlich über die eigene Elektrooffensive geäußert. Nun muss er einen Rückschlag hinnehmen – auch deutsche Fahrer sind betroffen.

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          Der erste vollelektrische Audi ist erst seit einigen Wochen auf dem Markt, da muss er schon zurück in die Werkstatt. Die Tochtergesellschaft des Volkswagen-Konzerns ruft jetzt ungefähr 1650 E-tron in den Vereinigten Staaten zurück. Insgesamt seien etwa 7000 Fahrzeuge betroffen, sagte ein Audi-Sprecher.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Auch in Deutschland müssten Käufer des Elektro-SUV ihre Werkstatt aufsuchen, sie würden bis spätestens August angeschrieben. Der Grund: Durch eine fehlerhafte Dichtung könne Feuchtigkeit in die Batterie eindringen, so dass es „zu einem Kurzschluss oder im Extremfall zu einem thermischen Ereignis“ kommen könne.

          Die Wahrscheinlichkeit eines Brandes sei jedoch vernachlässigbar. E-tron-Fahrer sollten auf eine gelbe Warnleuchte achten, sagte der Sprecher. Inzwischen habe Audi bei den derzeit produzierten Modellen das schlecht abgedichtete Niedervoltkabel durch eine verbesserte Version ersetzt.

          Für Audi ist das gleichwohl ein Rückschlag. Erst vor wenigen Wochen hatte sich der Vorstandsvorsitzende Bram Schot im Gespräch mit der F.A.Z. sehr zuversichtlich über die eigene Elektrooffensive geäußert. Die mehr als 80.000 Euro teuren Steckdosenautos kämen unter den Kunden gut an. „Wir waren selbst überrascht, wie begeistert sich die Kunden über das Fahrerlebnis äußern“, sagte Schot und setzte zudem große Erwartungen in das nächste Modell der E-tron-Plattform, den sogenannten E-tron Sportback: „Audi braucht diese Autos genau jetzt.“

          Dass Elektroautos mit ihren schweren Lithium-Ionen-Batterien grundsätzlich brandgefährdet sind, ist bekannt. Wegen ihrer besonders hohen Energiedichte können Lithium-Ionen-Akkus empfindlich auf Hitze, Druck oder Überladung reagieren.

          Die Batteriehersteller weisen selbst auf dieses Risiko hin. Vor allem der amerikanische Elektro-Vorreiter Tesla ist immer wieder mit diesen Schwierigkeiten aufgefallen. Inzwischen sind gut ein Dutzend Fälle bekannt, in denen Tesla nach Unfällen oder beim Aufladen der Batterie in Flammen aufgingen.

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