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Auch Tochter Hypo-Vereinsbank betroffen : Großbank Unicredit streicht 9.000 Stellen

  • Aktualisiert am

Die Hypo-Vereinsbank bleibt von den Stellenstreichungen offenbar nicht verschont: UniCredit-Chef Alessandro Profumo demonstriert während einer HVB-Hauptversammlung vor zwei Jahren sein Interesse an Bayern (München) Bild: dpa/dpaweb

Nicht nur Amerikas Banken bauen im großen Stil Personal ab. Die italienische Großbank Unicredit kündigte jetzt die Streichung von 9.000 Stellen an. Auch die deutsche Tochter Hypo-Vereinsbank bleibt nicht ausgenommen, hier sollen 2.000 Jobs auf der Kippe stehen.

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          Die italienische Großbank Unicredit baut 9.000 Stellen in Westeuropa ab. Das teilte die Mutter der Münchner Hypo-Vereinsbank am Donnerstag in Wien mit. Damit müssen etwa fünf Prozent der insgesamt gut 180.000 Mitarbeiter gehen. Unternehmenskreisen zufolge entfällt der Großteil davon auf Italien, wo die Unicredit gerade den Rivalen Capitalia geschluckt hat.

          Angeblich mindestens 2.000 Jobs bei der HVB in Gefahr

          Aber auch die HVB ist von den Kürzungen betroffen. Eine mit der Situation vertraute Person sagte Reuters, mindestens 2.000 Jobs würden wegfallen. In den rasant wachsenden Märkten Osteuropas will die Unicredit dagegen 1.300 neue Filialen öffnen und dadurch 11.500 Stellen schaffen.

          Die HVB gehört seit 2005 zur Unicredit. Seitdem ist sie radikal umgebaut worden. Die einstige Tochter und Ertragsperle Bank Austria wurde nach Mailand abgegeben, dafür wird die Kompetenz für das Investmentbanking der gesamten Gruppe bei der HVB gebündelt. Ende 2005 hatten die Münchner rund 27.300 Mitarbeiter, Ende 2007 waren es nur noch 24.800. Für die Unicredit-Gruppe waren zuletzt gut 180.000 Menschen tätig.

          Italiener geben neue Ziele bis 2010 aus

          Italiens größte Bank bekräftigte zudem ihren Ausblick für das laufende Jahr und gab neue Ziele bis 2010 aus: Demnach soll sich der Gewinn je Aktie 2008 weitgehend unverändert auf 0,52 bis 0,56 Euro belaufen. Bis 2010 soll diese Kennziffer pro Jahr um zehn bis zwölf Prozent zulegen. Zudem soll sich die Ausstattung mit Eigenkapital deutlich verbessern. Nach den jüngsten Zukäufen liegt die Unicredit hier im Vergleich mit anderen europäischen Großbanken weit unter dem Schnitt.

          Die deutsche Tochter Hypo-Vereinsbank war wegen der Finanzmarktkrise im ersten Quartal erstmals seit drei Jahren in die roten Zahlen gerutscht. Angesichts millionenschwerer Abschreibungen auf strukturierte Wertpapiere wies die Bank im Mai einen Vorsteuerverlust von 318 Millionen Euro aus. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Gewinn von 1,105 Milliarden Euro in den Büchern gestanden.

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