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Industriekonzern baut um : Auch Siemens meldet weniger Gewinn

  • Aktualisiert am

Licht an im Dunkeln in der Siemens-Zentrale in München. Bild: dpa

Das deutsche Traditionsunternehmen meldet ordentliche Geschäfte. Und signalisiert, wer einmal dem jetzigen Chef nachfolgen wird.

          Der Industriekonzern Siemens meldet ein besseres Ergebnis aus dem Industriegeschäft – mit 2,21 Milliarden Euro in den zurückliegenden drei Monaten übertraf das in München beheimatete Unternehmen nicht nur den Vorjahreswert um zwei Prozent, sondern auch die zuvor gehegten Erwartungen der Analysten. Das Volumen der neuen Aufträge lag zwischen April und Juni mit 22,8 Milliarden Euro um 16 Prozent über dem Vorjahr, der Umsatz ging – bedingt durch Wechselkurseffekte – um vier Prozent auf 20,5 Milliarden Euro zurück.

          Besonders gut lief es in der „Digitalen Fabrik“, die ihr operatives Ergebnis um 54 Prozent steigerte und mit 681 Millionen Euro den größten Beitrag aller Sparten ablieferte. Unter Druck blieb dagegen das Geschäft mit der konventionellen Energie- und Gas-Industrie: In der vor einem Stellenabbau stehenden Sparte sank das Ergebnis um mehr als die Hälfte auf 164 Millionen Euro, der Umsatz ging um ein Fünftel zurück. Einige Großaufträge schoben den Auftragseingang um 42 Prozent an.

          Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Gewinn von 1,21 Milliarden Euro. Das Minus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sei unter anderem auf eine stark gestiegene Steuerquote zurückzuführen, teilte das Unternehmen mit. Für das Gesamtjahr 2017/18 (per Ende September) erwartet die Siemens-Führung weiter ein Ergebnis je Aktie von 7,70 bis 8 Euro. Nach neun Monaten liegt der Konzern mit 6,43 Euro um zehn Prozent über dem Vorjahr. Der Umsatz soll, Währungseffekte ausgenommen, leicht steigen. Die operative Umsatzrendite im Industriegeschäft wird zwischen elf und zwölf Prozent erwartet. Nach neun Monaten lag sie mit 10,9 (Vorjahr: 11,7) Prozent knapp unter der Zielmarke.

          Mit einem weiteren Umbau des Konzerns will Vorstandschef Joe Kaeser das Umsatzwachstum beschleunigen und die Rendite steigern. Mittelfristig wird eine operative Marge von 13 bis 14 Prozent angestrebt, wie Siemens schon am Mittwoch mitgeteilt hatte. Der Umsatz soll dann um vier bis fünf Prozent pro Jahr wachsen. Mit der „Vision 2020+“, mit der mehr Verantwortung auf die drei vergrößerten Industriesparten verlagert wird, bereitet Kaeser den Konzern auf die Zeit nach dem Auslaufen seines Vertrages Anfang 2021 vor.

          Als Kandidat auf Kaesers Nachfolge gilt nun der bisherige Technologie-Vorstand Roland Busch. Der 53 Jahre alte Manager übernimmt zum 1. Oktober als Chief Operating Officer (COO) die Verantwortung für das komplette Tagesgeschäft. Diese Position gab es bei Siemens bisher nicht.

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