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Auch nach der Pandemie : Twitter-Mitarbeiter können für immer ins Homeoffice

Bis spätnachts in den Büroräumen sitzen? Bei Twitter dürfen Mitarbeiter ab jetzt selbst entscheiden, ob und wann sie ins Büro kommen. Bild: AFP

Der Kurznachrichtendienst will seinen Angestellten selbst überlassen, ob sie wieder ins Büro zurückkehren. Soweit gehen andere Tech-Konzerne bisher nicht.

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          Der Kurznachrichtendienst Twitter will seinen Beschäftigten dauerhaft erlauben, von zuhause aus zu arbeiten. Das kündigte der Mitgründer und Vorstandsvorsitzende Jack Dorsey in einer E-Mail an die Belegschaft an, über die das Online-Portal „Buzzfeed“ zuerst berichtete. Dorsey bestätigte auf Twitter, dass auch alle neu zu besetzenden Stellen im Unternehmen mit der Option verbunden sein werden, im Homeoffice zu arbeiten. Es gebe davon nur wenige Ausnahmen, etwa Positionen in Rechenzentren, für die es notwendig sei, vor Ort zu sein. Gegenüber „Business Insider“ sagte das Unternehmen: „Es wird unsere Entscheidung sein, Büros zu öffnen. Ob und wann unsere Mitarbeiter zurückkommen, wird deren Entscheidung sein.”

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Twitter geht mit diesem Schritt noch deutlich weiter als andere große amerikanische Technologiekonzerne, die zwar ihre Mitarbeiter ebenfalls noch längere Zeit von zuhause aus arbeiten lassen wollen, aber bislang noch nicht von einem Dauerzustand gesprochen haben. Der Online-Händler Amazon.com hat seiner Belegschaft mitgeteilt, Beschäftigte, deren Aufgaben von zuhause aus erledigt werden können, könnten dies bis zum Oktober tun. Das gilt freilich nicht für Mitarbeiter in Distributionszentren, die weiter vor Ort sein müssen, um Bestellungen abzufertigen.

          Facebook und Google wollen ihre Mitarbeitern bis Ende dieses Jahres erlauben, im Homeoffice zu bleiben. Facebook will im Juli mit der Wiedereröffnung seiner Büros beginnen, Google nicht vor Juni. Google-Vorstandschef Sundar Pichai hat in einer Nachricht an seine Mitarbeiter geschrieben, die Rückkehr in die Büros solle „langsam, überlegt und stufenweise“ erfolgen. Anfangs sollten nur 10 bis 15 Prozent der Mitarbeiter gleichzeitig in Büros sein. Pichai kündigte außerdem an, dass seine Kollegen am 22. Mai einen freien Tag bekommen sollen, offenbar weil er findet, dass sie auch im Homeoffice sehr produktiv sind: „Ich weiß, viele von uns haben wochenlang nonstop gearbeitet und erleben womöglich eine Art Burnout.“

          Twitter-Chef Dorsey sagte jetzt, das Unternehmen wolle seine Büros wahrscheinlich nicht vor September wiedereröffnen. Bis dahin sollten auch Geschäftsreisen mit wenigen Ausnahmen vermieden werden. Größere Veranstaltungen werden bis Ende des Jahres gestrichen. Dorsey hat schon Anfang Februar und damit bevor das Coronavirus die westliche Welt mit voller Wucht traf, angedeutet, dass er das Arbeitsgeschehen bei Twitter verändern will. Er sagte, er strebe eine „verteiltere Belegschaft“ an, die sich nicht mehr so sehr auf die Zentrale San Francisco konzentriere.

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