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Frankreich : 50 auffällige Bauteile in Atomkraftwerken

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Grund für die Untersuchung: Am neuen Druckwasserreaktor in Flamanville waren Anomalien gefunden worden. Der wird schon seit 2004 gebaut. Bild: AFP

In mehreren französischen Kernkraftwerken sind auffällige Komponenten des Atomkonzerns Areva eingebaut. Ob das die Sicherheit der Anlagen gefährdet, muss nun geprüft werden.

          Der französische Atomkonzern Areva hat Unregelmäßigkeiten in Unterlagen zu Hunderten Bauteilen entdeckt, die zum Teil in Atomkraftwerken verbaut sind. Areva-Chef Philippe Knoche sagte der Zeitung „Les Echos“, er könne nicht ausschließen, dass Angaben gefälscht wurden. Die Atomaufsicht ASN teilte am Dienstag mit, dass es um Dokumente zu etwa 400 Teilen gehe, die seit 1965 im Schmiedewerk Creusot Forge hergestellt wurden. Gut 50 davon seien in französischen Atomkraftwerken im Einsatz. Nun müsse festgestellt werden, „wie ernst diese Anomalien sind und welche Konsequenzen für die Sicherheit der Anlagen bestehen“.

          Sie sprach von „Unstimmigkeiten, Veränderungen oder Weglassen“ bei Herstellungsparametern und Testergebnissen. Creusot Forge stellt unter anderem große Teile für den nuklearen Teil von Kernkraftwerken her, die nicht leicht auszutauschen sind - zum Beispiel Reaktorbehälter.

          Nach Angaben Arevas wären solche Unregelmäßigkeiten in dem traditionsreichen Werk, das der Konzern 2006 übernommen hatte, heute nicht mehr möglich. Die Nachforschungen zu den Hintergründen der Auffälligkeiten sind noch nicht abgeschlossen. Bislang gebe es keine Hinweise, die die mechanische Integrität infrage stellten, hatte Areva am Freitag bekanntgegeben.

          Areva-Aktien stürzen ab

          Die Unregelmäßigkeiten waren bei einer Überprüfung aufgeflogen, die Areva auf Aufforderung der ASN angesetzt hatte. Anlass war die Entdeckung von Anomalien am Reaktorbehälter des im Bau befindlichen Europäischen Druckwasserreaktors von Flamanville.

          Areva-Aktien gingen am Dienstag mit einem Minus von 7,4 Prozent aus dem Handel. In den vergangenen zwölf Monaten haben die Papiere fast die Hälfte ihres Wertes verloren. Das angeschlagene Unternehmen soll im kommenden Jahr seine Reaktorsparte an den Staatskonzern EDF verkaufen. Areva setzt wie der gesamten Branche zu, dass seit der Atomkatastrophe von Fukushima 2011 weniger Kernkraftwerke gebaut werden. Zudem machen langwierige Verzögerungen beim Bau eines Reaktors in Finnland zu schaffen, den Areva gemeinsam mit Siemens errichten soll.

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